Parkinson-Freezing: Praktische Strategien gegen plötzliche Bewegungsblockaden
Parkinson-Freezing: Strategien gegen Bewegungsblockaden

Parkinson-Freezing: Wenn Bewegungen plötzlich einfrieren

Die Ampel zeigt Grün, der Weg ist frei, doch die Füße wollen nicht vom Fleck kommen. Dieses Phänomen, bekannt als Freezing, tritt bei vielen Parkinson-Erkrankten auf und kann den Alltag erheblich beeinträchtigen. Freezing beschreibt Momente, in denen Bewegungen abrupt "einfrieren" – sei es beim Gehen, Drehen oder bei alltäglichen Handlungen.

Was ist Freezing und wie äußert es sich?

Freezing kann Sekunden bis zu einer halben Minute andauern und tritt häufig in spezifischen Situationen auf. Typische Beispiele sind das Überqueren von Türschwellen, das Umdrehen im Raum oder der Versuch, ein klingelndes Telefon zu erreichen. Die Füße scheinen am Boden festgeklebt zu sein, während der Oberkörper weiterbewegt wird, was im schlimmsten Fall zu Stürzen und schweren Verletzungen führen kann.

Prof. Andrés Ceballos-Baumann, Neurologe an der Schön Klinik in München-Schwabing, betont: "Freezing ist eine häufige Begleiterscheinung bei Parkinson, die durch die eingeschränkte Bewegungssteuerung verursacht wird. Doch es gibt praktische Wege, um aus diesen Blockaden herauszufinden."

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Vier wirksame Strategien gegen Freezing

1. Lautes Zählen als mentale Unterstützung

Eins, zwei, drei – laut zu zählen kann helfen, die Starre zu durchbrechen. "Durch das Zählen wird die Kontrolle des Gehens von weniger funktionierenden Hirnarealen in besser funktionierende Bereiche verlagert", erklärt Ceballos-Baumann. Diese Methode aktiviert alternative neuronale Pfade und erleichtert den Bewegungsstart.

2. Richtungswechsel einleiten

Ein einfacher Schritt zur Seite kann oft ausreichen, um die Blockade zu lösen. Diese kleine Änderung der Bewegungsrichtung unterbricht den festgefahrenen Gangmechanismus und ermöglicht neue Impulse.

3. Anti-Freezing-Stock mit visueller Hilfe

Spezielle Gehstöcke, auch Parkinson-Stöcke genannt, verfügen über eine ausklappbare Lasche am unteren Ende. Wird diese auf den Boden geklappt, dient sie als visuelles Hindernis. Der Versuch, über diese Linie zu steigen, kann den Freezing-Moment unterbrechen und erste Schritte ermöglichen.

4. Rollator mit Laserlinie

Moderne Rollatoren bieten teilweise die Funktion, per Knopfdruck eine Laserlinie auf den Boden zu projizieren. Ähnlich wie beim Anti-Freezing-Stock versuchen Betroffene, über diese Linie zu treten, was den Bewegungsfluss wiederherstellen kann.

Praktische Integration in den Alltag

Diese Strategien sollten regelmäßig geübt werden, um im Ernstfall effektiv anwendbar zu sein. Ceballos-Baumann empfiehlt: "Betroffene und Angehörige sollten die Methoden in ruhigen Situationen trainieren, um sie in stressigen Momenten automatisch abrufen zu können." Zudem ist eine individuelle Anpassung der Hilfsmittel durch Fachpersonal ratsam.

Freezing bei Parkinson stellt eine Herausforderung dar, doch mit den richtigen Techniken und Hilfsmitteln lässt sich die Lebensqualität deutlich verbessern. Durch bewusste Strategien können Betroffene ihre Selbstständigkeit länger erhalten und das Sturzrisiko minimieren.

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