Mit ungewöhnlichen Protestaktionen haben Betroffene der chronischen Erkrankung ME/CFS und ihre Angehörigen in Sachsen auf ihr Schicksal aufmerksam gemacht. In Leipzig und Dresden legten sich die Teilnehmer auf die Marktplätze, um die Schwere der Krankheit zu symbolisieren, die viele Patienten ans Bett fesselt. Die Demonstrationen waren Teil einer bundesweiten Initiative, die der ehemalige Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) als Schirmherr unterstützt.
Bundesweite Aktionen zum Tag der Aufklärung
Anlässlich des internationalen Tags zur Aufklärung über ME/CFS am 12. Mai rief die Initiative zu mehr als 40 Aktionen in ganz Deutschland auf. In Leipzig und Dresden versammelten sich Hunderte Menschen auf den zentralen Plätzen. Auf Schildern war unter anderem zu lesen: „1% Energie, 100% Mensch“ und „Ich will mein Leben zurück! Forschung für ME/CFS jetzt!“.
Forderungen: Mehr Forschung und spezialisierte Zentren
Die Demonstranten fordern eine stärkere Förderung der ME/CFS-Forschung sowie eine flächendeckende Versorgung in spezialisierten Kompetenzzentren. Viele Patienten berichten von jahrelangen Leidenswegen, bis die Diagnose gestellt wird. ME/CFS (Myalgische Enzephalomyelitis/Chronisches Fatigue-Syndrom) führt zu dauerhafter Erschöpfung, starken Schmerzen und Konzentrationsstörungen. Betroffene sind oft monate- oder jahrelang bettlägerig.
Zahl der Betroffenen gestiegen
Die Krankheit kann nach verschiedenen Infektionen auftreten, wurde aber besonders durch Covid-19 bekannt. Laut Schätzungen der Initiative sind inzwischen mehr als 600.000 Menschen in Deutschland an ME/CFS erkrankt – ein deutlicher Anstieg seit der Pandemie. Die Betroffenen fordern, dass die Politik die Krankheit ernster nimmt und die Forschung intensiviert.



