Welcher Pilz strahlt noch? Diese Frage stellt sich viele Jahre nach der Reaktorkatastrophe von Tschernobyl immer noch, besonders in der Region München. Der Radioaktivitäts-Experte Hauke Doerk vom Umweltinstitut München klärt auf und untersucht regelmäßig Pilzproben auf ihre radioaktive Belastung.
Strahlung in Pilzen: Ein Langzeitphänomen
Noch immer steckt Strahlung in manchen Pilzen rund um München. Hauke Doerk, Referent für Radioaktivität und Energiepolitik beim Umweltinstitut München, erklärt, welche Sorten besonders betroffen sind – und ab wann der Verzehr riskant wird. Die Belastung geht vor allem auf den Fallout von Tschernobyl zurück, der sich in bestimmten Pilzarten angereichert hat.
Betroffene Pilzsorten
Besonders stark betroffen sind Wildpilze wie Maronenröhrlinge, Semmelstoppelpilze und bestimmte Röhrlinge. Diese Sorten nehmen Cäsium-137 aus dem Boden auf und speichern es. Auch in Stadtgebieten wie dem Englischen Garten oder dem Forstenrieder Park können erhöhte Werte gemessen werden.
Wann wird es riskant?
Die Grenzwerte für radioaktive Belastung in Lebensmitteln liegen bei 600 Becquerel pro Kilogramm. Doerk rät, besonders bei Pilzen aus belasteten Gebieten vorsichtig zu sein. Ein regelmäßiger Verzehr stark belasteter Pilze kann langfristig gesundheitliche Risiken bergen. Er empfiehlt, Pilze vor dem Verzehr gründlich zu reinigen und zu kochen, was die Belastung jedoch nur geringfügig reduziert.
Das Umweltinstitut München bietet regelmäßige Tests von Pilzproben an. Bürger können ihre Funde dort untersuchen lassen, um Klarheit über die Strahlenbelastung zu erhalten. Doerk betont, dass nicht alle Pilze gleichermaßen betroffen sind – eine gezielte Überprüfung gibt Sicherheit.



