Prozess in München: Sanitäter soll Frauen betäubt und missbraucht haben
Sanitäter soll Frauen betäubt und missbraucht haben

München – Ein ehemaliger Rettungssanitäter des Bayerischen Roten Kreuzes (BRK) muss sich seit heute vor dem Landgericht München wegen schwerer Sexualverbrechen verantworten. Der 28-jährige Gabriel D. soll mehrere Frauen mit einem starken Beruhigungsmittel betäubt und anschließend sexuell missbraucht haben. Die Staatsanwaltschaft wirft ihm unter anderem Vergewaltigung und sexuelle Nötigung vor.

Vorwürfe: Narkosemittel aus Rettungswache entwendet

Laut Anklage soll Gabriel D. während seiner Tätigkeit als Sanitäter in Oberbayern aus einer Rettungswache des BRK mindestens eine Ampulle des Narkosemittels Midazolam entwendet haben. Dieses Mittel soll er heimlich in Getränke wie Wasser oder Wodka-Orange gemischt und seinen Opfern verabreicht haben. Drei Frauen sollen auf diese Weise betäubt worden sein, zwei von ihnen wurden anschließend Opfer sexueller Übergriffe.

Ex-Freundin als mutmaßliches Opfer

Eines der mutmaßlichen Opfer ist die ehemalige Freundin des Angeklagten. Sie gab vor Gericht an, dass Gabriel D. sie in betäubtem Zustand nackt und gefesselt fotografiert habe. „Er stand drauf, wenn man an der Grenze zur Bewusstlosigkeit war. Er hat dann mit mir geschlafen“, sagte sie aus. Ein weiteres Opfer soll eine frühere Kollegin beim BRK sein, bei der es jedoch zu keinen sexuellen Handlungen gekommen sei. Da die Taten mehrere Jahre zurückliegen, wird der Prozess nach Jugendstrafrecht geführt.

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Angeklagter bestreitet Vorwürfe

Vor Gericht wies Gabriel D. die Vorwürfe weitgehend zurück. Das Narkosemittel habe er selbst konsumiert, um seine Schlafstörungen nach dem frühen Tod seiner Mutter zu lindern. Nur seiner Ex-Kollegin habe er Midazolam verabreicht – angeblich, um ihr zu helfen. Den anderen Frauen habe er das Mittel nicht gegeben. Zu seiner Ex-Freundin sagte er, sie sei häufig betrunken gewesen, und er habe mit ihr nach Trinkspielen sexuell „viel Neues ausprobiert“. Auf Nachfrage der Richterin, ob er ihr geholfen habe, indem er mit ihr Geschlechtsverkehr hatte, antwortete er ausweichend.

Belastende Aussagen und Videosuche

Die Ex-Freundin belastete D. jedoch schwer. Sie sagte, es sei ein Kick für ihn gewesen, wenn sie fast bewusstlos war. Sie habe oft erst am nächsten Morgen bemerkt, dass es Sex gegeben habe. In einem Fall habe ein Getränk komisch geschmeckt, woraufhin sie bewusstlos wurde. Später fand sie eine leere Midazolam-Ampulle im Müll. Zudem soll der Angeklagte online nach Videos mit den Schlagworten „drunk girls passed out“ gesucht haben. Diese Vorliebe könne er sich heute nicht erklären: „Ich ekle mich vor meinem früheren selbst.“ Seine Ex-Freundin kommentierte: „Das war wohl sein Porno-Ersatz.“

Zukunft des Angeklagten

Gabriel D. arbeitet nicht mehr als Sanitäter und ist inzwischen verlobt. Bei einer Verurteilung drohen ihm mehrere Jahre Haft. Der Prozess wird fortgesetzt.

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