London – Ein offener Brief von 20 internationalen Experten aus den Bereichen Gesundheit, Klima und Sportleistung hat die FIFA scharf kritisiert. Die Wissenschaftler warnen, dass die aktuellen Hitzeschutzmaßnahmen für die Fußball-Weltmeisterschaft 2026 in den USA, Kanada und Mexiko „unzureichend“ seien und die Spieler einem hohen Risiko gesundheitlicher Schäden aussetzten.
Experten: FIFA-Richtlinien nicht wissenschaftlich fundiert
In dem Schreiben werfen die Forscher dem Weltverband vor, dass seine Richtlinien nicht dem aktuellen wissenschaftlichen Stand entsprächen. Sie fordern strengere Schutzmaßnahmen, darunter längere Trinkpausen sowie klarere Protokolle für Spielverzögerungen oder -verschiebungen bei extremen Bedingungen. „Die aktuellen Regeln sind völlig unzureichend, um die Gesundheit der Spieler zu gewährleisten“, erklärte ein Sprecher der Expertenrunde.
Gefährliche Temperaturen in 14 Stadien
Die Forscher warnen, dass die Temperaturen in 14 der 16 geplanten Stadien gefährliche Werte überschreiten könnten. Hitze könnte bei der Endrunde im Sommer somit ein zentrales Thema werden. Die FIFA hatte bereits Maßnahmen ergriffen, darunter verpflichtende dreiminütige Trinkpausen in jeder Halbzeit aller Spiele – unabhängig von den Wetterbedingungen – sowie klimatisierte Sitzbänke für Betreuer und Auswechselspieler.
Forderungen der Wissenschaftler
Die Experten gehen jedoch nicht weit genug. Sie fordern unter anderem:
- Verschiebung von Spielen bei Temperaturen über 28 Grad Celsius
- Einführung von Kühlpausen von mindestens sechs Minuten
- Bereitstellung besserer Kühlungseinrichtungen für die Spieler
Die FIFA steht nun unter Druck, ihre Hitzeschutzprotokolle zu überarbeiten. Eine offizielle Stellungnahme des Verbandes steht noch aus. Die WM 2026 findet in den USA, Kanada und Mexiko statt und beginnt im Juni.



