Anklam schließt sich Charta für Palliativversorgung an: Netzwerk für Schwerstkranke und Sterbende
Anklam unterzeichnet Charta für Palliativversorgung

Anklam stärkt Palliativversorgung durch Beitritt zur Charta

Die Hansestadt Anklam hat einen wichtigen Schritt zur Verbesserung der Versorgung schwerstkranker und sterbender Menschen unternommen. Gemeinsam mit lokalen Akteuren aus dem Gesundheits- und Pflegebereich hat die Stadtverwaltung die „Charta zur Betreuung schwerstkranker und sterbender Menschen in Deutschland“ unterzeichnet. Dieser Schritt soll die Netzwerkpflege und Versorgungsstrukturen in der Region nachhaltig stärken.

Demografischer Wandel erfordert neue Lösungen

Bürgermeister Michael Galander (IfA) betont die wachsende Bedeutung der Pflege und Betreuung älterer sowie kranker Menschen. In Anklam stellen Menschen über 68 Jahre mit 31 Prozent bereits die größte Bevölkerungsgruppe dar. Dieser demografische Wandel macht deutlich, warum die Stadt ohne Zögern die Charta unterzeichnet hat. Die zunehmende Alterung der Bevölkerung in Vorpommern führt häufig zu mehr Gebrechlichkeit und einem höheren Bedarf an spezialisierter Versorgung.

Breites Bündnis lokaler Akteure

Neben der Stadtverwaltung haben sich zahlreiche lokale Institutionen und Einzelpersonen der Initiative angeschlossen. Zu den Unterzeichnern gehören:

Breites Pickt-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App für Telegram
  • Der Seniorenbeirat der Stadt Anklam
  • Apotheker Florian Köster
  • Der Pflegedienst Baltz unter Gründerin Martina Baltz
  • Die Physiotherapie „Am Hafen“ mit Katrin Hasenjäger und Kerstin Hanske
  • Palliativfachkraft Josefine Kahl
  • Landtagsabgeordnete Marcel Falk (SPD) und Jeannine Rösler (Die Linke)

Die Charta umfasst mehrere zentrale Leitsätze, darunter die gesellschaftliche Auseinandersetzung mit Sterben und Tod, den Ausbau von Versorgungsstrukturen, verbesserte Aus- und Weiterbildungsmöglichkeiten, Unterstützung der Forschung sowie internationale Vernetzung.

Verein „Sonnenweg“ als zentrale Vernetzungsstelle

In der Anklamer Region übernimmt der 2017 gegründete Palliativverein „Sonnenweg“ eine Schlüsselrolle bei der Vernetzung verschiedener Akteure. Der Verein bringt Mitarbeiter der Palliativstation, Spezialisten der ambulanten Palliativversorgung (SAPV), Pflegedienstmitarbeiter und Palliativmediziner zusammen. Mit aktuell 25 Mitgliedern verfolgt der Verein das Ziel, die Palliativversorgung in Vorpommern weiter zu stärken, Netzwerke auszubauen sowie Aufklärungs- und Weiterbildungsarbeit zu leisten.

Josefine Kahl aus dem Vorstand des Sonnenweg-Vereins erklärt: „Unser Ziel ist es, die Palliativversorgung in Vorpommern kontinuierlich zu verbessern und ein tragfähiges Netzwerk aufzubauen, das allen Betroffenen zugutekommt.“

Herzensangelegenheit für lokale Initiatoren

Für Martina Baltz, Vorstandsvorsitzende des Sonnenweg-Vereins und Gründerin des Pflegedienstes Baltz, ist die Verankerung der Chartathemen in ihrer Heimatstadt eine persönliche Herzensangelegenheit. Sie betont, dass zwar bereits wichtige Fortschritte erzielt wurden – etwa durch die Etablierung verlässlicher Strukturen und Partnerschaften mit Apotheken, Sanitätshäusern, Krankenhäusern, Hausärzten und anderen Einrichtungen.

Dennoch benötigt die Palliativarbeit weiterhin mehr Unterstützer und ein größeres gesellschaftliches Bewusstsein. Die Arbeit für Schwerstkranke und Sterbende ist anspruchsvoll und erfordert kontinuierliches Engagement sowie Ressourcen. Die Charta, die seit 2010 besteht und bereits von über 3.000 Organisationen sowie mehr als 32.000 Einzelpersonen unterstützt wird, bietet hierfür einen wichtigen Rahmen.

Durch den Beitritt zur Charta positioniert sich Anklam als Vorreiter in der Palliativversorgung und setzt ein deutliches Zeichen für die Würde und bestmögliche Betreuung schwerstkranker und sterbender Menschen in der Region.

Pickt After-Article-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App mit Familien-Illustration