LUP-Kliniken Hagenow: Auszubildende führen eigenständig chirurgische Station
Auszubildende leiten Station in LUP-Kliniken Hagenow

LUP-Kliniken Hagenow: Auszubildende führen eigenständig chirurgische Station

Im LUP-Klinikum Hagenow haben Auszubildende der Pflege im dritten Lehrjahr eine Woche lang die chirurgische Station B komplett eigenverantwortlich geleitet. Dieses außergewöhnliche Praxisprojekt soll die Selbstständigkeit der künftigen Fachkräfte gezielt fördern und sie optimal auf die Herausforderungen des Klinikalltags vorbereiten.

23 Auszubildende übernehmen Verantwortung

Die 23 jungen Menschen absolvieren ihre praktische Ausbildung an den drei Standorten der LUP-Kliniken in Crivitz, Hagenow und Ludwigslust oder in der KMG-Klinik Boizenburg. Der schulische Teil findet in der Berufsschule der LUP-Kliniken statt. Während der Projektwoche organisierten die Auszubildenden eigenständig Dienstpläne, verteilten Aufgaben und koordinierten sich mit Ärzten wie Dr. Martin Bader.

„Auf viele Situationen kann man sich theoretisch einfach kaum vorbereiten“, erklärt Medizinpädagogin Diana Müller, die das Projekt verantwortet. Sie verweist dabei auf unvorhergesehene Ereignisse wie Not-Operationen, die etablierte Abläufe komplett verändern können. In solchen Momenten müssen Entscheidungen schnell getroffen und im Team besprochen werden.

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Unterstützung durch erfahrene Fachkräfte

Die Auszubildenden wurden während des gesamten Projekts von Diana Müller und Alexander März begleitet. März leitet die Station und ist als Praxisanleiter für den praktischen Ausbildungsteil zuständig. Beide sind nicht nur von der Projektidee überzeugt, sondern auch beeindruckt von der täglichen Organisation und dem Umgang mit klinischen Herausforderungen.

„Wir hatten etwa eine Not-Operation, die natürlich alle Zeitpläne über den Haufen wirft“, schildert Müller konkrete Erfahrungen aus der Praxiswoche. In solchen Situationen muss das Pflegepersonal sich schnell neu orientieren, Aufgaben umverteilen oder die Umsetzungsreihenfolge anpassen.

Langfristige Bindung an die Einrichtung

Pflegedirektor René Pfalzgraf betont die strategische Bedeutung des Projekts: „Wenn Auszubildende Verantwortung übernehmen und eine Station leiten, fördern wir gezielt ihre fachliche und persönliche Entwicklung. Gleichzeitig stärken wir die Bindung an unsere Einrichtungen und sichern langfristig unseren Nachwuchs.“

Solche innovativen Ausbildungskonzepte seien ein entscheidender Baustein für die Zukunft der Pflege in den LUP-Kliniken. Die Klinikleitung ermöglicht den künftigen Fachkräften damit wertvolle Praxiserfahrungen, die über den regulären Ausbildungsrahmen hinausgehen.

Positive Resonanz von Auszubildenden und Patienten

Am Ende der besonderen Woche haben die Auszubildenden nicht nur viele neue Erfahrungen gesammelt, sondern auch deutlich an Sicherheit gewonnen. „Ich fühle mich jetzt viel besser auf die Abschlussprüfungen im Juni vorbereitet, weil ich jetzt viele Zusammenhänge besser verstehe und mich sicherer fühle“, berichtet Auszubildende Leonie Blöcker.

Ihre Kollegin Anna Hasselblatt ergänzt: „Es wurde von Tag zu Tag besser, weil wir mehr Routine bekommen und uns auch immer besser abgestimmt haben.“ Die Kommunikation im Team sei etwas, das man wirklich lernen müsse, betont auch Diana Müller. Die eigenverantwortliche Gestaltung von Schichtübergaben erfordere besondere Aufmerksamkeit und Entscheidungsfähigkeit.

Bei den Patienten kommt das Projekt ebenfalls gut an. Patientin Grit Riewe beschreibt ihre Erfahrungen: „Ich finde es wirklich gut, dass die Auszubildenden hier so eine Chance bekommen und habe die ganze Zeit ein gutes Gefühl gehabt.“ Sie fühlte sich während ihres Aufenthalts ausgezeichnet betreut.

Technische Herausforderungen meistern

Die vielen technischen Geräte auf der Station stellten zunächst eine Herausforderung dar, der die künftigen Pflegekräfte aber mit zunehmender Routine begegneten. Die regelmäßige Abstimmung mit Ärzten und die Verfügbarkeit von Ansprechpartnern wie Diana Müller sorgten für notwendige Unterstützung bei aufkommenden Fragen.

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Alexander März freut sich besonders darüber, dass die Klinikleitung den Auszubildenden diese wertvolle Praxiserfahrung ermöglicht. „Vor allem muss man Entscheidungen treffen und im Team über die neue Situation reden“, macht er deutlich und unterstreicht damit die Bedeutung von Teamarbeit und Kommunikation im Pflegealltag.

Das Projekt in den LUP-Kliniken Hagenow zeigt, wie innovative Ausbildungskonzepte nicht nur die Fachkompetenz stärken, sondern auch die persönliche Entwicklung fördern und langfristig zur Fachkräftesicherung in der Pflege beitragen können.