Harzer Pfarrer bietet Lebenskunde gegen Sucht-Rückfälle in Ballenstedter Klinik
Pfarrer Matthias Zentner aus Quedlinburg hat eine neue Aufgabe übernommen: Er ist seit etwa vier Monaten der Krankenhaus-Seelsorger der Evangelischen Stiftung Neinstedt (ESN) und arbeitet im Fachkrankenhaus für Psychiatrie in Ballenstedt. Mit einem Vierteljahrhundert Berufserfahrung im Gepäck begleitet er Patienten, insbesondere Suchtkranke, auf ihrem Genesungsweg.
Ein besonderes Gesprächsformat für Suchterkrankte
Zentner bietet im Fachkrankenhaus ein spezielles Gesprächsformat an, das er als „Lebenskunde“ bezeichnet. Dieses Konzept zielt darauf ab, Suchtkranke bei der Rückfallprävention zu unterstützen und ihnen Halt im Alltag zu geben. Die Methode kombiniert seelsorgerische Elemente mit praktischen Lebenshilfen, um die Patienten langfristig zu stabilisieren.
Der Pfarrer beschreibt die Klinik liebevoll als „Schwarzwaldklinik“, was auf die vertrauensvolle und heilsame Atmosphäre anspielt, die er dort schaffen möchte. Seine Arbeit umfasst nicht nur Einzelgespräche, sondern auch regelmäßige Andachten.
Symbolische Rituale in der Wochenschluss-Andacht
Jeden Freitag findet eine Wochenschluss-Andacht unter Zentners Leitung statt. Dabei kommt eine besondere Mitmach-Kerze zum Einsatz: Ein kleiner gelber Wachs-Fisch, nicht größer als ein Fingernagel, schmilzt langsam in der Kerzenflamme und nährt so das Licht. Dieses symbolische Ritual soll den Patienten Hoffnung und Gemeinschaft vermitteln.
Die Evangelische Stiftung Neinstedt hat das Fachkrankenhaus für Psychiatrie derzeit in Ballenstedt angesiedelt, wo Zentner seine seelsorgerische Tätigkeit ausübt. Seine langjährige Erfahrung in der Begleitung von Menschen in Krisensituationen macht ihn zu einer wertvollen Stütze für das Behandlungsteam.
Langjährige Erfahrung als Fundament der Arbeit
Mit 25 Jahren im Dienst bringt Pfarrer Zentner ein profundes Wissen und viel Einfühlungsvermögen mit. Sein Ansatz geht über traditionelle Seelsorge hinaus und integriert Aspekte der Lebensberatung, die besonders für Suchtkranke relevant sind. Die „Lebenskunde“ soll den Patienten helfen, nicht nur ihre akuten Symptome zu bewältigen, sondern auch nach der Entlassung im Alltag Fuß zu fassen.
Die Arbeit von Matthias Zentner unterstreicht die Bedeutung ganzheitlicher Betreuung in der Psychiatrie, bei der spirituelle und psychosoziale Unterstützung Hand in Hand gehen.



