Pflege-Drama in Berlin: Rentnerin soll demenzkranken Partner attackiert haben
Pflege-Drama: Rentnerin attackiert demenzkranken Partner

Pflege-Drama in Berlin-Moabit: Rentnerin soll demenzkranken Partner attackiert haben

In Berlin-Moabit hat sich am Wochenende ein tragisches Pflege-Drama ereignet. Eine 81-jährige Rentnerin soll ihren 93-jährigen, demenzkranken Lebensgefährten schwer verletzt haben. Die Tat ereignete sich in den frühen Morgenstunden des Samstags in der Calvinstraße, unweit der Justizvollzugsanstalt Berlin-Moabit.

Überforderung durch Pflegesituation

Nach bisherigen Ermittlungen lebten die 81-jährige Eva K.* und ihr 93-jähriger Partner Dieter* seit vielen Jahren zusammen in der Tatwohnung. Der ehemalige Trompetenspieler leidet seit Jahren unter Demenz, während sich seine Lebensgefährtin aufgrund ihres hohen Alters mit der Pflege zunehmend überfordert fühlte. Nachbarn berichten, dass die Frau stets über fehlende Unterstützung geklagt habe.

Die Feuerwehr wurde um 6.30 Uhr alarmiert, nachdem zunächst ein Tötungsdelikt gemeldet worden war. Vor Ort versorgten Sanitäter beide Personen und brachten sie in Krankenhäuser – einer der beiden in eine psychiatrische Klinik. Der 93-Jährige erlitt schwere Verletzungen und wird auf der Intensivstation behandelt.

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Ermittlungen laufen auf Hochtouren

Eine Mordkommission übernahm noch am Tatort die Ermittlungen. Nach bisherigem Sachstand soll die Rentnerin in ihrer Verzweiflung mit einem Gegenstand auf den Kopf ihres Partners eingeschlagen haben. Ein Ermittler bestätigte den Vorgang, während sich Mordkommission und Staatsanwaltschaft zunächst nicht äußerten.

Die mutmaßliche Täterin wurde nach einer psychologischen Behandlung einem Richter vorgeführt, der Haftbefehl erließ. Es wird jedoch erwartet, dass dieser wegen der krankheitsbedingten Umstände außer Vollzug gesetzt wird.

Fehlende Unterstützung vom Amt?

Nach Informationen soll die 81-Jährige keine Unterstützung bei der Pflege ihres Mannes vom zuständigen Amt erhalten haben. Nachbarn halfen der Frau einmal wöchentlich beim Großeinkauf. Kurz vor Ostern wurde der ehemalige Musiker wegen einer akuten Erkrankung zunächst ins Krankenhaus eingeliefert und dann in ein Hospiz verlegt, kehrte aber wenig später wieder nach Hause zurück.

Die Gründe für diese Rückkehr bleiben unklar: Wurde Hilfe abgelehnt? Wollte der Patient selbst zurück nach Hause? Das Sozialamt des Bezirks Mitte teilte auf Anfrage mit, dass aus Gründen des Persönlichkeitsschutzes keine Auskünfte zu Einzelfällen gegeben werden, insbesondere wenn keine Schweigepflichtentbindung vorliegt.

Isolierte Lebenssituation

Dieter K. hat aus einer früheren Beziehung zwei erwachsene Kinder, aufgrund eines zerrütteten Verhältnisses besteht jedoch seit Jahren kein Kontakt mehr. Diese isolierte Situation könnte die Überforderung der pflegenden Partnerin zusätzlich verstärkt haben.

Das tragische Ereignis wirft erneut Fragen zur Unterstützung pflegender Angehöriger auf, insbesondere in Fällen, wo Demenz und hohes Alter der Betreuenden zusammenkommen.

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