Prenzlau: Pflegekonferenz zur Demenz-sensiblen Kommune am 23. März
Wie kommt der Schlüsselbund ins Eierfach? Menschen mit Demenz verlegen oft Gegenstände an ungewöhnliche Orte, weil sie deren Funktion vergessen. Doch die Herausforderungen gehen weit über den privaten Bereich hinaus: Im öffentlichen Raum finden sich Betroffene häufig nur noch schwer zurecht. Vor diesem Hintergrund veranstaltet der Pflegefacharbeitskreis Uckermark am Montag, dem 23. März, in Prenzlau eine Fachtagung unter dem Titel „Demenz sensible Kommune – eine Zukunftsaufgabe für alle“.
Fachakteure entwickeln gemeinsame Lösungen
Nachdem bei der ersten Tagung das barrierefreie Bauen im Mittelpunkt stand, widmet sich die Veranstaltung diesmal speziell den Bedürfnissen von Menschen mit Demenz. Eryca Willinger, Pflegekoordinatorin der Stadt Templin und eine der Workshop-Moderatorinnen, betont: „Gemeinsam wollen wir überlegen, wie sich die Gesellschaft auf kommunaler Ebene besser auf die wachsenden Herausforderungen rund um das Thema Demenz einstellen kann.“ Die Tagung bringt Fachakteure aus Pflege, Medizin, Verwaltung und Zivilgesellschaft zusammen und bietet neben Fachvorträgen auch Workshops und Raum für Austausch.
Willinger ermutigt Netzwerkpartner der Projekte „Pflege vor Ort“, ihre Erfahrungen einzubringen. Ziel ist es, gemeinsam Ideen und Ansätze für eine Demenz-sensible Gestaltung des gesellschaftlichen und kommunalen Zusammenlebens zu entwickeln. Sozialdezernent Henryk Wichmann weist in der Einladung darauf hin, dass angesichts der demografischen Entwicklung und der alternden Bevölkerung immer mehr Menschen in der Region von Demenz betroffen sein werden. Parallel dazu sinke die Anzahl der beruflichen Pflegekräfte.
Drei Workshops zu Alltagsstrukturen und öffentlichem Raum
„Die betroffenen Familien und die beruflich Pflegenden werden diese Herausforderung nicht alleine bewältigen können“, heißt es in der Einladung. Die Gesellschaft müsse soziale und räumliche Bedingungen schaffen, damit Menschen mit Demenz möglichst lange in ihrer vertrauten Umgebung leben können. Auf der Pflegekonferenz werden in drei Fachvorträgen aktuelle Zahlen zum Pflegebedarf vorgestellt, Besonderheiten der Bedürfnisse von Menschen mit Demenz herausgearbeitet und Praxisbeispiele für eine gelungene Betreuung in der Region präsentiert.
Anschließend können sich die Teilnehmer in drei Workshops austauschen:
- Hilfestellungen zur Aufrechterhaltung der Alltagsstruktur
- Möglichkeiten der Demenz-sensiblen Gestaltung des sozialen und öffentlichen kommunalen Raumes
- Erfahrungen im Umgang mit Menschen mit Demenz
Die Veranstaltung beginnt um 13 Uhr. Anmeldungen sind noch bis 18. März per E-Mail an pflegefacharbeitskreis@uckermark.de oder telefonisch unter 03984 719250 möglich. Diese Fachtagung markiert einen wichtigen Schritt, um die Uckermark auf die zunehmenden Anforderungen im Umgang mit Demenz vorzubereiten und eine inklusivere Gemeinschaft zu schaffen.



