Pflegemutter aus Rostock: „Ich kann die Welt nicht retten, aber einen Anfang machen“
Pflegemutter aus Rostock: Ein Anfang für ein Kind

Pflegemutter aus Rostock erzählt: Ein Zuhause für ein Kind schaffen

In Rostock wird dringend nach Pflegefamilien gesucht, während eine engagierte Frau bereits seit fünf Jahren die Verantwortung für einen Pflegesohn übernommen hat. Babett Kottwitz, eine 48-jährige Angestellte im Einzelhandel, erklärt ihre Motivation mit den Worten: „Ich habe mir gedacht, ich kann die Welt nicht retten, aber ich kann ja mal damit anfangen.“ Ihr achtjähriger Pflegesohn bezeichnet sie inzwischen voller Überzeugung als „Mama“, was die Rostockerin sichtlich rührt.

Dringender Bedarf an Pflegefamilien in der Hansestadt

Grit Gaida, Leiterin des Pflege-Familien-Zentrums der Caritas in Rostock, betont die akute Notlage: „Wir bräuchten unbedingt bis zu 20 zusätzliche Pflegefamilien, das wäre wirklich topp.“ Aktuell suchen sie für 15 Kinder in Rostock dringend eine Pflegefamilie, zusätzlich zu fünf Kindern in Verwandtenpflege. Die bisherigen Lebenserfahrungen dieser Kinder seien geprägt von Abbrüchen, mangelnder Versorgung, Vernachlässigung und anderen Belastungen. Insgesamt leben in Rostock 183 Pflegekinder in 153 Pflegefamilien, die vom Zentrum betreut werden.

Die Situation ist kritisch: Es gibt sieben Bereitschaftspflegefamilien, die sofort ein Kind aufnehmen können, doch diese sind ständig ausgelastet. Das Problem liegt darin, dass Kinder immer länger in der Bereitschaftspflege bleiben, weil geeignete Dauerpflegefamilien fehlen. Geeignete Familien, die bereit sind, für längere Zeit ein Kind aufzunehmen, werden dringend benötigt.

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Von der Kurzzeit- zur Dauerpflege: Eine Erfolgsgeschichte

Was bei Babett Kottwitz zunächst als Kurzzeitpflege angedacht war, ist zur Dauerpflege geworden. „Der Junge wird bei Babett Kottwitz bleiben, das ist mit der leiblichen Mutter auch so vereinbart“, sagt Grit Gaida. Die Mutter sei dankbar, dass ihr Kind eine neue, gute Familie gefunden habe. Hier seien Stabilität, Vertrauen und eine starke Bindung gegeben – genau solche Pflegeeltern sucht das Zentrum.

Babett Kottwitz, die noch einen 27-jährigen leiblichen Sohn hat, beschreibt ihre Erfahrung: „Er ist wie mein richtiger Sohn.“ Sie hat einen Vorbereitungskurs für Pflegeeltern absolviert und dabei viel gelernt, betont aber: „Aber natürlich wird es erst so richtig ernst, wenn das Pflegekind dann da ist.“ Ihre Entscheidung, Pflegemutter zu werden, hat sie nie bereut. „Es gibt so viele Kinder, die Hilfe benötigen. Meine Intention war es von Anfang an, einem Kind ein schönes Zuhause zu geben.“

Unterstützung und Information für Interessierte

Das Pflege-Familien-Zentrum bietet regelmäßig Informationsabende an, um potenzielle Pflegeeltern zu gewinnen. Jeden ersten Dienstag im Monat um 17.30 Uhr in der Kröpeliner Straße 16 finden diese Treffen statt. „Diese Abende sind für alle, die sich für die Pflegekinderhilfe interessieren“, erklärt Grit Gaida. Zudem gibt es zweimal im Jahr Vorbereitungskurse für Pflegeelternbewerber, die elf Veranstaltungen über drei Monate umfassen und kostenlos sind.

Der nächste Vorbereitungskurs beginnt am 28. Februar, und es sind noch freie Plätze verfügbar. Hier können Teilnehmer herausfinden, ob sie sich für die Rolle als Pflegeeltern eignen. Grit Gaida unterstreicht: „Es geht darum, den Kindern Sicherheit zu vermitteln, Geborgenheit und Zuneigung, eben wie in einer echten Familie. Und Pflegeeltern müssen auch bereit sein, schwierige Zeiten mit ihren Pflegekindern auszuhalten.“

Für Babett Kottwitz steht fest: „Pflegemutter ist eine schöne Aufgabe, vor allem wenn man sieht, wie positiv sich das Kind entwickelt.“ Ihr Engagement zeigt, dass jeder Anfang zählt, um einem Kind ein sicheres und liebevolles Zuhause zu bieten.

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