Rührende Geste im Pflegeheim: Ein Ei in Muttis Brotdose bringt Familie zu Tränen
Der Volksmund rät zwar davon ab, einen alten Baum noch zu verpflanzen. Dennoch rollen für viele Menschen auch im hohen Alter noch die Umzugswagen, meist aus gesundheitlichen Gründen. Für Doris Wendland aus Prenzlau in der Uckermark wurde dieser Schritt vor drei Wochen notwendig, nachdem ein folgenschwerer Sturz eine neue Wohnsituation erforderlich machte.
Neuanfang in der Seniorenwohngemeinschaft
Die 90-jährige Rentnerin, die zuvor zehn Jahre in Hamburg gelebt hatte, fand schnell einen Platz in der neu eröffneten Seniorenwohngemeinschaft des Pflege-Service Jüdes in der Badestraße. Ihre Tochter Elke Konschake berichtete dem Nordkurier, wie erleichtert sie über die schnelle Unterbringung sei. „Mutti blüht da so richtig auf“, schwärmte die Angehörige. Die anfänglichen Bedenken seien schnell einem guten Gefühl gewichen.
Das Pflegeteam mache ihrer Mutter den Neustart leicht, betonte die Uckermärkerin begeistert. Doris Wendland, die in Hamburg einen aktiven Alltag mit regelmäßigen Treffen zum Sport, Töpfern und gemeinsamen Frühstücken gewohnt war, habe bereits ähnliche Aktivitäten an ihrer neuen Adresse angeregt.
Eine Geste, die zu Tränen rührt
Der Beweis für die wertschätzende Behandlung in der Wohnstätte kam bei einem traurigen Anlass: Die Familie musste die Seniorin frühmorgens zu einer langen Reise von über 400 Kilometern abholen, um an der Beisetzung einer Verwandten teilzunehmen. Eigens für diese Reise bereitete das Pflegepersonal eine liebevoll gepackte Brotdose vor.
In der hübsch dekorierten Dose fanden sich neben reich belegten Stullen auch Obst, Süßigkeiten und ein besonderes Detail: ein vorher leicht angeschlagenes Kochei, damit die 90-Jährige es während der Fahrt leichter schälen konnte. „Was für eine liebe Geste! Wir waren wirklich hin und weg“, berichtete die Familie bewegt.
Heimkehr in ein liebevolles Umfeld
Kein Wunder, dass der Seniorin am späten Abend die Heimkehr in ihre neue Behausung nicht schwerfiel. Sie wusste, dass sie dort freudig erwartet wurde. Auch auf das Essen am nächsten Tag freute sie sich bereits, denn zur Vollverpflegung gehören Selbstgekochtes aus der benachbarten Kantine und Selbstgebackenes vom Pflegeteam.
Die Angehörigen wandten sich nun an die Presse, „weil diese Art von Fürsorge heutzutage wahrlich nicht mehr selbstverständlich ist“. Sie betonten, dass oft nur negative Schlagzeilen über die Pflege die Runde machten, sie mit ihrer Mutter jedoch glücklicherweise ganz andere Erfahrungen sammelten. „Das sollte ein öffentliches Dankeschön wert sein“, so die Familie abschließend.



