Thüringer Sozialgipfel: Verbände fordern verpflichtende integrierte Sozialplanung in Kommunen
Thüringer Sozialgipfel: Verbände fordern verpflichtende Sozialplanung

Thüringer Sozialgipfel: Verbände fordern verpflichtende integrierte Sozialplanung in Kommunen

Die Planung sozialer Einrichtungen in Thüringen wird nach Ansicht von Verbänden oft nicht zusammenhängend gedacht. Anlässlich des Thüringer Sozialgipfels in Erfurt beklagt die Liga der Freien Wohlfahrtspflege, dass die Bedarfe für Pflegeplätze, Kindergärten oder Jugendzentren von Ort zu Ort unterschiedlich sind und die Planungsweise je nach Kommune variiert. Die Organisation fordert daher eine verpflichtende integrierte Sozialplanung in allen Kommunen, um künftig besser auf die Bedürfnisse der Bürgerinnen und Bürger eingehen zu können.

Einheitliche Struktur und datenbasierte Planung gefordert

Pascal Simoleit, der bei der Liga für das Thema Sozialplanung zuständig ist, betont: „Es darf kein Zufall sein, ob sich ein Landrat dem Thema widmet, weil er da Lust drauf hat oder nicht.“ Er fordert eine einheitliche Struktur in allen Landkreisen, die auf lokalen Daten und Fakten basiert und alle wichtigen Akteure einbezieht, einschließlich der Wohlfahrtspflege und der Zivilgesellschaft. „Das passiert so in der Regel noch nicht“, stellt Simoleit klar und unterstreicht damit die Dringlichkeit einer systematischen Herangehensweise.

Integrierte Planung statt isolierter Ansätze

Liga-Geschäftsführer Tino Grübel ergänzt, dass Jugendhilfeplanung und Pflegeplanung oft noch nebeneinander stünden. „Familien vor Ort haben aber nicht nur ein Kind, sondern vielleicht auch noch pflegebedürftige Eltern. Wir wollen daher eine integrierte Sozialplanung, dass man alles miteinander verknüpft.“ Durch eine gemeinsame Planung könne gewährleistet werden, dass in fünf oder zehn Jahren die benötigten Angebote für die Bürgerinnen und Bürger verfügbar sind. Dabei müssten regionale Unterschiede berücksichtigt werden, wie Grübel am Beispiel der Pflegequote in Weimar und im Altenburger Land verdeutlicht.

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Mehraufwand für Kommunen und Unterstützungsbedarf

Für die Kommunen würde eine solche integrierte Sozialplanung zunächst Mehraufwand bedeuten, räumt Grübel ein. Daher brauche es Unterstützung vom Land oder vom Bund. Zwar werde es voraussichtlich weiterhin unterschiedliche Zuständigkeiten bei Ansprechpartnern geben, aber „ich will nicht ausschließen, dass das Ziel sein kann, für die Bürger eine Anlaufstelle zu haben“, so Grübel. Die Verbände setzen sich dafür ein, dass die Sozialplanung in Thüringen künftig stärker koordiniert und bedarfsgerecht ausgerichtet wird, um die Versorgung mit sozialen Einrichtungen langfristig zu sichern.

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