Volkssolidarität Parchim erweitert Angebot: Mehr Pflege, Hausservice und Generationentreff
Das Telefon klingelt unentwegt im Büro von Markus von Jan, dem Geschäftsführer des Kreisverbands Parchim der Volkssolidarität. „Ich kümmere mich darum und melde mich dann wieder“, sagt er routiniert, bevor er den Hörer auflegt. Wie viele Gespräche er heute bereits geführt hat? „Ich weiß es nicht“, antwortet er mit einem Schmunzeln, „aber es kommen mit Sicherheit noch einige dazu.“ Mal sind es Handwerker, mal der Pflegedienst – aktuell ist viel los bei dem Wohlfahrtsverband.
Neuer Standort und zusätzliche Tagespflegeplätze
Ende 2025 hat die Volkssolidarität ein Gebäude in der Hans-Beimler-Straße in der Parchimer Weststadt erworben. Dort sind derzeit Handwerker mit Renovierungsarbeiten beschäftigt, denn bald soll der ambulante Pflegedienst dort einziehen. Der Umzug wird voraussichtlich nicht lange dauern, da die aktuellen Räumlichkeiten des Pflegedienstes nur einmal um die Ecke in der Tagespflege Sonnenstrahl in der Otto-Grothewohl-Straße liegen.
„Dadurch haben wir in der Tagespflege mehr Raum und können zwei zusätzliche Plätze für 20 statt bisher 18 Tagesgäste schaffen“, erklärt Markus von Jan. „Das kommt uns entgegen, denn wir sehen, dass die Nachfrage steigt.“ Die neuen Plätze sollen voraussichtlich ab 2027 zur Verfügung stehen. Seit der 42-jährige Familienvater vor zwei Jahren die Geschäftsführung übernommen hat, hat er einiges gelernt: „Vor allem, dass man nicht alles verändern muss. Insbesondere nicht Dinge, die gut funktionieren.“ Dennoch möchte sich der Verband breiter aufstellen und sein Angebot erweitern.
Haus- und Gartenservice für ein schönes Wohnumfeld
Kürzlich hat der Kreisverband einen Haus- und Gartenservice ins Leben gerufen, der das bisherige Portfolio ergänzen soll. „Viele wollen auch im Alter noch in ihrem gewohnten Umfeld bleiben und haben Haus und Garten“, so von Jan. Ab April sorgen zwei Kollegen dafür, dass es auch um das Haus schick aussieht, wenn die Bewohner es nicht mehr selbst schaffen. Hauswirtschaft steht bereits im Angebot des Wohlfahrtsverbandes. „So können wir alles aus einer Hand anbieten“, schildert der Geschäftsführer.
Mehrgenerationenhaus als neuer Treffpunkt
Neu ist auch, dass der Kreisverband das Parchimer Mehrgenerationenhaus „Club am Südring“ übernommen hat. „Es soll ein Haus sein, in dem alle Generationen zusammenkommen“, betont der gebürtige Leipziger. Sei es für gemeinsame Nachmittage, Workshops oder die Möglichkeit, die Räumlichkeiten zu mieten – etwa für Treffen von Ehrenamtlichen. „Es gibt auch keine großen Mietkosten. Wir wollen, dass die Räume belebt sind.“ Interessierte können sich direkt vor Ort oder telefonisch unter 03871 212337 melden.
Das Mehrgenerationenhaus bietet zahlreiche Veranstaltungen an, darunter:
- Angebote für den sicheren Umgang mit dem Internet im Alter
- Spielenachmittage für Alt und Jung
- Ein Klön-Café zum Austausch
Eine Ferienbetreuung für Kinder wird es hingegen nicht mehr geben. Weitere Veranstaltungen und Informationen sind auf der Internetseite der Volkssolidarität zu finden.
Breites Portfolio und zukünftige Pläne
Die Volkssolidarität Parchim betreibt insgesamt:
- Sieben Kindertagesstätten
- Zwei Wohnanlagen mit Service
- Zwei ambulante Pflegedienste
- Zwei Tagespflegeeinrichtungen
- Einen Mahlzeitendienst
- Das Mehrgenerationenhaus „Club am Südring“
Zudem plant der Kreisverband, einen Friseursalon zu eröffnen. Damit all diese Angebote funktionieren können, braucht es viele Hände. „Das Wichtigste sind die Mitarbeiter und die Qualität der Arbeit. Wir möchten dem Anspruch, den die Menschen an uns haben, auch gerecht werden“, betont Markus von Jan. Rund 250 Mitarbeiter sorgen im Kreisverband für einen reibungslosen Ablauf, unterstützt von etwa 600 ehrenamtlich engagierten Menschen in den Ortsverbänden.
„Markus macht mit“: Einbindung der Kollegen
Wichtig ist dem Geschäftsführer, sich in die Kollegen hineinversetzen zu können. Deshalb hat er die Initiative „Markus macht mit“ ins Leben gerufen. Dabei begleitet er die Mitarbeiter immer mal wieder einen ganzen Tag bei der Arbeit und packt mit an – egal, ob es um das Anrichten von Salattellern oder das Schneeschieben geht. „Und wenn es morgens um 4.30 Uhr ist“, fügt er hinzu.
Bis alle Ideen und Pläne umgesetzt sind, haben Markus von Jan und seine Kollegen noch einiges zu tun. „Optimieren kann man immer einiges. Man muss nicht jeden Stein umdrehen. Aber drunter schauen kann nicht schaden“, sagt er, bevor sich sein Handy wieder bemerkbar macht und der nächste Anrufer wartet.



