Präadipositas: Warum Übergewicht mehr als nur ein ästhetisches Problem ist
Präadipositas: Übergewicht als Warnsignal für Krankheiten

Präadipositas: Übergewicht – mehr als nur ein Schönheitsproblem

Übergewicht erhöht das Risiko für Diabetes, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und sogar Krebs. Ein paar Kilo zu viel bedeuten nicht sofort, dass man schwer krank ist. Dennoch ist Übergewicht mehr als ein bloßes ästhetisches Thema. Medizinisch gesehen ist es oft ein Warnsignal und wird als Präadipositas bezeichnet – man steht damit an der Schwelle zu chronischen Erkrankungen.

Wann gilt man als übergewichtig?

Laut der Weltgesundheitsorganisation (WHO) liegt Übergewicht vor, wenn der Body-Mass-Index (BMI) zwischen 25 und 29,9 liegt. Ab einem Wert von 30 spricht man von Adipositas (Fettleibigkeit). So berechnen Sie Ihren Wert: Multiplizieren Sie Ihre Körpergröße (in Metern) mit sich selbst und teilen Sie Ihr Gewicht (in Kilogramm) durch dieses Ergebnis.

Wichtige Einschränkung: Der BMI ist nur ein grober Richtwert und keine Diagnose. Er unterscheidet nicht zwischen Muskeln und Fett. Besonders muskulöse Menschen können einen hohen BMI haben, ohne gesundheitlich gefährdet zu sein. Auch Alter, Geschlecht und Fitnesslevel müssen für eine ärztliche Einschätzung berücksichtigt werden.

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Das Krebsrisiko: Schon bei Teenagern ein Thema

Überschüssiges Fettgewebe fördert chronische Entzündungen und behindert die Zellreparatur. Eine Analyse von 2026 zeigt, dass Übergewicht zwölf Krebsarten begünstigen kann, darunter Darm-, Leber- und Brustkrebs (nach den Wechseljahren). In den USA hängen etwa zehn Prozent aller Krebserkrankungen mit dem Gewicht zusammen. Vor allem zeigt eine Studie, dass Übergewicht im Teenageralter das Risiko für sogar 17 verschiedene Krebsarten im späteren Leben erhöhen kann. Die gute Nachricht, wie auch FITBOOK berichtet: Eine Abnahme von mindestens zehn Prozent des Gewichts kann das Risiko senken, wobei die Wissenschaft hier noch nach eindeutigen Beweisen für die langfristige Vorbeugung sucht.

Bereits bei leichtem Übergewicht steigt die Belastung für den Körper

Herz und Kreislauf: Das Schlaganfallrisiko soll im Bereich von BMI 25 bis 29,9 bereits um etwa 24,7 Prozent erhöht sein, wie eine deutsche Studie feststellte. Am niedrigsten ist das Risiko laut einer schottischen Großstudie bei einem BMI von 22 bis 23.

Schlafapnoe: Rund 60 Prozent aller Patienten mit Atemaussetzern im Schlaf sind übergewichtig; ihr Risiko ist viermal so hoch wie das von Normalgewichtigen.

Schmerzen: Das Gewicht belastet Gelenke und Rücken, was frühzeitig zu Arthrose führen kann.

Stoffwechsel-Falle und Hormone

Bauchfett ist besonders tückisch, da es Botenstoffe ausschüttet, die eine Insulinresistenz fördern – die Vorstufe von Typ-2-Diabetes. Dieses Risiko steigt bereits ab einem BMI von 25. Folge: Zucker kann nicht mehr richtig verarbeitet werden und wird als Fett direkt in Organen eingelagert, was schon bei leichtem Übergewicht zu einer nicht-alkoholischen Fettleber führen kann.

Frauengesundheit: Bei Frauen kann das Hormon-Chaos ein polyzystisches Ovarialsyndrom (PCOS) begünstigen, was das Abnehmen massiv erschwert und das Diabetesrisiko weiter steigert.

Warum nehmen wir zu?

Die Forschung zeigt, dass wir oft nicht schleichend, sondern in kurzen, heftigen Schüben zunehmen, etwa durch Stress oder die Weihnachtszeit (wo bis zu 6.000 Kalorien täglich konsumiert werden). Zudem spielen die Gene eine Rolle: Der BMI könnte zu 40 bis 70 Prozent vererbbar sein. In der Charité Berlin wurde zudem entdeckt, dass das Sättigungsgen POMC bei manchen Menschen wie durch eine „Dimmfunktion“ herunterreguliert ist – sie spüren Hunger biologisch bedingt viel stärker.

Psyche und Medikamente

Stress führt zur Ausschüttung von Cortisol, was gezielt Fett am Bauch einlagert. Menschen mit ADHS haben ein um 70 Prozent erhöhtes Adipositas-Risiko. Zudem können Medikamente wie Psychopharmaka, Betablocker oder Kortison das Hungergefühl stimulieren. In einer Studie der Arzneimittelkommission der Deutschen Ärtzeschaft wurde bei bis zu 40 Prozent der Patienten, die bestimmte Psychopharmaka nahmen, eine Gewichtszunahme von mehr als sieben Prozent festgestellt.

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Fazit: Übergewicht ist ein Signal Ihres Körpers

Da Sie noch nicht im Bereich der Adipositas sind, ist jetzt der ideale Zeitpunkt, um gegenzusteuern und langfristige Schäden zu vermeiden. Übergewicht sollte nicht unterschätzt werden, da es ernsthafte Gesundheitsrisiken mit sich bringt. Achten Sie auf eine ausgewogene Ernährung und regelmäßige Bewegung, um Präadipositas vorzubeugen oder zu bekämpfen.