Wanderausstellung ZERO in Boizenburg: Schüler lernen über Alkohol in der Schwangerschaft
ZERO-Ausstellung: Schüler über Alkohol in Schwangerschaft aufgeklärt

Prävention beginnt im Klassenzimmer: Wanderausstellung klärt über Alkohol in der Schwangerschaft auf

Boizenburg • Wenn Jugendliche beginnen, sich mit Beziehungen, Sexualität und Zukunftsplänen zu beschäftigen, benötigen sie klare Informationen und verlässliche Ansprechpartner. Fachleute sind überzeugt, dass Aufklärung nicht erst dann einsetzen darf, wenn konkrete Entscheidungen anstehen. An der Regionalen Schule „Rudolf Tarnow“ in Boizenburg wurde dieser Anspruch in dieser Woche mit Leben gefüllt, als die Wanderausstellung „ZERO“ Station an der Schule machte.

Klare Botschaft für junge Menschen: Null Alkohol in der Schwangerschaft

Die Ausstellung richtete sich an Schülerinnen und Schüler der siebten bis zehnten Klassen und vermittelte eine eindeutige Botschaft: Null Alkohol in der Schwangerschaft. Organisiert wurde das Projekt von Schulsozialarbeiterin Simone Siebrecht unter Trägerschaft des Internationalen Bundes Westmecklenburg in Zusammenarbeit mit dem Gesundheitsamt Ludwigslust-Parchim. Das Herzstück der Ausstellung ist ein begehbares Kuppelzelt, das eine Gebärmutter symbolisiert.

In kleinen Gruppen betraten die Jugendlichen diesen Raum und verfolgten dort die Entwicklung eines ungeborenen Kindes von der vierten bis zur 40. Schwangerschaftswoche. Modelle und Gewichte machten anschaulich, wie sich ein Embryo entwickelt. Mitarbeiterinnen des Gesundheitsamtes betonten: „Wir wollen zeigen, wie sensibel diese Phase ist. Viele stellen sich nur eine Frau vor, die ständig Alkohol trinkt. Aber es reicht unter Umständen schon ein Glas.“

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Wenn Alkohol Spuren fürs Leben hinterlässt: Aufklärung über FASD

Ein Schwerpunkt der Ausstellung war die Aufklärung über Fetale Alkoholspektrumstörungen (FASD). In Videoberichten schilderten Betroffene ihren Alltag mit Konzentrationsproblemen und sozialen Schwierigkeiten. Petra Oettle vom Gesundheitsamt Ludwigslust-Parchim erklärte: „Viele denken, man sieht das sofort, aber es gibt sehr unterschiedliche Ausprägungen.“ Zwei gegenübergestellte Puppen, eine mit typischen Merkmalen von FASD und eine gesund entwickelt, verdeutlichten die möglichen Folgen.

Simone Siebrecht beobachtete: „Die Jugendlichen sind sehr offen und setzen sich ernsthaft mit dem Thema auseinander.“ Auf die Frage, ob das Thema zu früh sei, antwortete sie entschieden: „Wir können mit Aufklärung gar nicht früh genug beginnen.“ Auch das Gesundheitsamt teilt diese Haltung. Die Ausstellung tourt von Januar bis März durch den Landkreis, ist Teil eines Projektes für Kinder aus psychisch und suchtbelasteten Familien und wurde ursprünglich in Bayern entwickelt.

Schule als Raum für Verantwortung und Dialog

Nicole Behrend vom Gesundheitsamt betonte: „Prävention beginnt nicht mit Verboten, sondern mit Information und Dialog.“ Für die Regionale Schule „Rudolf Tarnow“ Boizenburg ist die Ausstellung mehr als ein Projekttag; sie gehört zum Bildungsauftrag der Schule. Simone Siebrecht erklärte: „Schule ist ein geschützter Raum. Hier können wir Themen offen ansprechen, bevor aus Unwissenheit Fehler entstehen.“

Die Woche habe gezeigt, dass Jugendliche Verantwortung übernehmen, wenn sie informiert werden und man ihnen vertraut. Wissen schaffe Sicherheit und ermögliche verantwortungsvolles Handeln – genau hier beginne Prävention. Die Ausstellung ZERO setzt damit ein wichtiges Zeichen für frühe Aufklärung und sensibilisiert junge Menschen für die lebenslangen Folgen von Alkohol in der Schwangerschaft.

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