Podcasterin Fischer: Achtsamkeit ist die falsche Antwort
Achtsamkeit: Falsche Antwort auf alle Fragen?

Hype um Achtsamkeit: Kritik von Podcasterin Kathrin Fischer

Yoga-Retreats, Meditations-Apps, MBSR-Kurse – die Achtsamkeitsbewegung boomt. Doch für die Podcasterin Kathrin Fischer ist Achtsamkeit „die falsche Antwort auf ziemlich jede Frage“. In einem Interview mit dem SPIEGEL erklärt sie, warum sie den Trend scharf kritisiert und was sie stattdessen für sinnvoller hält.

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Fischer, bekannt für ihren kritischen Podcast, sieht in der Achtsamkeitswelle eine gefährliche Ablenkung von echten gesellschaftlichen Problemen. Statt sich mit strukturellen Ungerechtigkeiten auseinanderzusetzen, würden Menschen dazu ermutigt, ihre Emotionen durch Meditation zu kontrollieren. „Gegen strukturelle Ungerechtigkeiten hilft kein Dankbarkeitstagebuch“, sagt sie. Ihrer Meinung nach werde Achtsamkeit oft als individuelles Heilmittel verkauft, während die eigentlichen Ursachen von Stress und Unzufriedenheit ignoriert würden.

Fischer kritisiert besonders die Kommerzialisierung der Achtsamkeit. Teure Retreats und Apps suggerierten, dass man sein Leben durch Konsum verbessern könne. Dabei gehe es oft nur um Profit, nicht um echte Hilfe. Sie fordert stattdessen mehr gesellschaftliche Solidarität und politische Maßnahmen, die die Lebensbedingungen aller verbessern.

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Das Interview, das ursprünglich am 6. Mai 2026 erschien, ist nur für Abonnenten des SPIEGEL verfügbar. Fischer betont, dass sie nicht gegen Meditation an sich sei, sondern gegen die Überhöhung als Allheilmittel. „Achtsamkeit kann ein Werkzeug sein, aber keine Lösung für systemische Probleme“, so ihr Fazit.

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