Muriel Baumeister spricht offen über Alkoholsucht: Ein Leben lang getrunken
Muriel Baumeister: Offen über Alkoholsucht

Muriel Baumeister: Offene Worte über jahrzehntelange Alkoholsucht

Die einstige Schauspiel-Ikone Muriel Baumeister hat in einem bewegenden Interview des Potsdamer Selbsthilfezentrums Sekiz erneut schonungslos über ihre langjährige Alkoholabhängigkeit gesprochen. Die 54-Jährige, die in den 1990er-Jahren zu den größten Stars des deutschen Films und Fernsehens zählte, beschreibt einen jahrzehntelangen Kampf mit der Sucht.

„Ich habe mein Leben lang schon getrunken“

„Ich habe ja mein Leben lang schon getrunken, wir haben ja alle getrunken früher“, gesteht Baumeister in dem Gespräch. Die Deutsch-Österreicherin, die einst in einer Liga mit Kolleginnen wie Katja Riemann spielte und den Nachwuchspreis der Goldenen Kamera gewann, benötigte ganze zwei Jahre, um ihr Problem ernsthaft anzugehen. Ihr charakteristisches Markenzeichen – die großen Augen – war oft von den Folgen des Alkoholkonsums überschattet.

Wie viele Abhängige versuchte auch Baumeister zunächst, kontrolliert zu trinken. „Ich habe halt das gemacht, was jeder Alkoholiker macht. Ich habe versucht, eine Möglichkeit zu finden, kontrolliert zu trinken“, erklärt sie. Die Erkenntnis, dass dieser Weg nicht funktioniere, sei jedoch entscheidend gewesen: „Und erst wenn du das begriffen hast, dass das nicht geht, dann bist du auf dem Weg der Besserung.“

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Der dritte Anlauf in die Psychiatrie brachte die Wende

Nach mehreren gescheiterten Versuchen lieferte sich die Schauspielerin schließlich selbst in eine Psychiatrie ein. „Das war mein dritter Versuch. Und das war dann der, der geklappt hat“, berichtet Baumeister. Dieser Schritt markierte den Beginn ihrer Genesung, nachdem ihre Karriere, die sie in zahlreichen Filmen und Serien sowie an der Seite von Größen wie Götz George etabliert hatte, ins Wanken geraten war.

Der folgenschwere Unfall mit 1,45 Promille

Ein besonders dunkles Kapitel war der Autounfall im Jahr 2016, bei dem Baumeister mit 1,45 Promille Blutalkohol einen Parkunfall verursachte. Ihre kleine Tochter saß zu diesem Zeitpunkt mit im Wagen. Der Vorfall führte zu einem Gerichtsprozess, einer Geldstrafe und heftigen Reaktionen in der Boulevardpresse, die vom „Suff-Crash“ und dem „tiefen Fall der Muriel Baumeister“ berichtete.

In ihrem 2019 veröffentlichten Buch „Hinfallen ist keine Schande, nur Liegenbleiben“ verarbeitete die Schauspielerin diese traumatische Phase. Heute nutzt sie ihre Erfahrungen, um anderen Betroffenen Mut zu machen und auf die Bedeutung professioneller Hilfe hinzuweisen. Ihr Weg zeigt, dass selbst nach schweren Rückschlägen ein Neuanfang möglich ist.

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