Selbstwertgefühl schützen: Die Macht des sozialen Umfelds
Ein gesundes Selbstwertgefühl bildet das Fundament unserer psychischen Gesundheit. Doch dieses Fundament muss aktiv geschützt werden, insbesondere vor negativen Einflüssen aus unserem sozialen Umfeld. Treffen mit Freunden, Kollegen oder Familienmitgliedern können bereichernd sein – oder aber ein mulmiges Gefühl hinterlassen.
Energiegeber und Energieräuber erkennen
Der Berliner Psychotherapeut Wolfgang Krüger betont: „Es wird immer Menschen geben, die einen missachten und kritisieren. Man muss sein Selbstwertgefühl aktiv schützen.“ Der erste Schritt dazu ist eine ehrliche Bestandsaufnahme der sozialen Kontakte.
Stellen Sie sich folgende Fragen:
- Welche Menschen tun mir wirklich gut?
- Bei welchen Kontakten fühle ich mich nach dem Treffen größer und gestärkt?
- Welche Personen kosten mich regelmäßig Energie?
- Fühle ich mich nach der Begegnung kleiner oder verunsichert?
Aktiver Selbstschutz durch Abgrenzung
Wer feststellt, dass bestimmte Kontakte kontinuierlich Kraft rauben, sollte bewusst Abstand halten. Dies bedeutet nicht zwangsläufig den vollständigen Kontaktabbruch, sondern kann auch durch reduzierte Kontaktfrequenz oder klarere Grenzen erfolgen.
Eine alternative Strategie beschreibt Krüger als „herzhaftes Kämpfen“. Dabei geht es darum, angemessen auf Missachtung oder ungerechtfertigte Kritik zu reagieren – nicht durch Aggression, sondern durch selbstbewusste Entgegnungen, die die eigenen Grenzen deutlich machen.
Die bewusste Gestaltung des sozialen Umfelds ist somit keine egoistische Handlung, sondern eine notwendige Maßnahme zur Erhaltung der psychischen Gesundheit. Ein unterstützendes Netzwerk aus Menschen, die einen wertschätzen und stärken, wirkt wie ein Schutzschild für das Selbstwertgefühl.



