Surf-Profi Leon Glatzer: Ehrliches Geständnis über mentales Tief
Surf-Profi Leon Glatzer: Mentales Tief nach Olympia

Leon Glatzer, der einzige deutsche Surfer bei den Olympischen Spielen 2021 in Tokio, hat im SPORT1-Podcast "Deep Dive" ein erschütternd ehrliches Geständnis abgelegt. Der 29-Jährige berichtete von einer schweren mentalen Krise, die nach den Spielen einsetzte und ihn zeitweise sogar die Freude am Surfen verlor.

Die Zeit nach Olympia: Zwischen Ruhm und Leere

Nach seiner Teilnahme an der olympischen Surf-Premiere, bei der er im Shortboard-Wettbewerb den 17. Platz belegte, erlebte Glatzer einen nie dagewesenen Hype. Sponsoren und Medien rissen sich um ihn, er reiste in über 75 Flugzeuge und war auf der ganzen Welt unterwegs. "Es war die beste Zeit meines Lebens", erinnert er sich. Doch dann kam der Absturz.

Der "Olympic Effect" trifft Glatzer hart

Plötzlich, so Glatzer, habe sein Körper und Gehirn gestreikt. Er beschreibt dies als den "Olympic Effect", von dem viele Athleten sprechen. Während eines Trainingslagers auf den Kanarischen Inseln mit der deutschen Mannschaft wurde ihm klar: Er war nicht glücklich. Trotz all seiner Surfbretter und Sponsoren fühlte er sich leer. "Ich habe meine Medaille angeschaut und dachte: Ich bin überhaupt nicht glücklich."

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Keine Lust mehr auf Surfen

Von einem Tag auf den anderen verlor Glatzer die Freude am Surfen. Er log seinen Coach an, um nicht trainieren zu müssen, und zog sich zurück. Sein Sportpsychologe Martin Walz erkannte die Situation und riet ihm, nach Hause zu gehen. Glatzer kehrte nach Costa Rica zurück, doch selbst dort hatte er keine Lust auf die Wellen. "Warum hatte ich damals dieses Gefühl? Es gibt keine logische Erklärung dafür", fragt er sich heute.

Der Weg zurück und das große Ziel

Glatzer kämpfte sich aus dem mentalen Loch heraus und intensivierte das Training wieder. Doch die Qualifikation für Olympia 2024 in Französisch-Polynesien scheiterte an einer Lebensmittelvergiftung. Nun richtet er seinen Blick auf die Spiele 2028 in Los Angeles, wo er unbedingt dabei sein will. Seine Geschichte zeigt, dass auch erfolgreiche Athleten mit psychischen Problemen kämpfen und dass es wichtig ist, sich Hilfe zu holen.

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