Pritzker-Preis 2026 geht an chilenischen Architekten Smiljan Radić Clarke
Pritzker-Preis 2026 für chilenischen Architekten Radić

Pritzker-Preis 2026 ehrt chilenischen Architekten Smiljan Radić Clarke

Der renommierte Pritzker Architecture Prize geht im Jahr 2026 an den chilenischen Architekten Smiljan Radić Clarke. Dies gab die Pritzker Architecture Prize Foundation bekannt. Die Jury würdigt den 60-jährigen Architekten für sein experimentelles Schaffen, das bewusst mit Unsicherheit, Materialexperimenten und kultureller Erinnerung arbeitet. Radić lebt und arbeitet in Santiago de Chile, wo er seit 1995 sein eigenes Büro führt.

Ortsspezifische Architektur ohne wiedererkennbaren Stil

Smiljan Radić Clarke verzichtet in seiner Arbeit auf einen festen, wiedererkennbaren Stil. Stattdessen entwickelt er jedes Projekt neu aus seinem jeweiligen Kontext. Dabei bezieht er nicht nur den physischen Ort, sondern auch dessen Geschichte, soziale Praktiken und politische Bedingungen ein. Seine Gebäude wirken oft fragil, provisorisch oder bewusst unvollendet, bieten aber gleichzeitig Schutzräume mit einer stillen, optimistischen Atmosphäre.

Typisch für Radićs Architektur sind ortsspezifische Lösungen. Gebäude werden beispielsweise teilweise in den Boden eingelassen oder so ausgerichtet, dass sie Wind- und Lichtverhältnisse optimal berücksichtigen. Bekannte Beispiele hierfür sind das Restaurant Mestizo in Santiago und das Wohnhaus Pite House in Papudo.

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Präzise Räume aus einfachen Materialien

Die Jury unter dem Vorsitz des chilenischen Architekten Alejandro Aravena betonte Radićs besondere Fähigkeit, mit einfachen Materialien wie Beton, Stein, Holz und Glas präzise gebaute Räume zu schaffen. Diese setzen stark auf körperliche Erfahrung und Atmosphäre. Radić kombiniert die Materialien so, dass Gewicht, Licht und Klang im Raum unmittelbar spürbar werden.

Auf den ersten Blick wirken seine Bauten oft rau und reduziert, doch offenbaren sie bei näherer Betrachtung eine präzise Konstruktion. Räume werden nicht als spektakuläre Formen inszeniert, sondern als Orte, an denen man Geräusche, Temperatur und wechselndes Licht bewusst wahrnimmt. Diese Herangehensweise schafft eine intensive, sinnliche Erfahrung für die Nutzer.

Internationale Anerkennung und vielfältiges Werk

International bekannt wurde Smiljan Radić Clarke durch temporäre Projekte wie den Serpentine-Pavillon in London im Jahr 2014. In seiner Heimat Chile entstanden unter seiner Leitung größere Theater, Museen und Einfamilienhäuser. Zu seinem Werk zählen kulturelle Einrichtungen, öffentliche Bauten, Installationen und Wohnhäuser in Europa und Südamerika.

Die Jury würdigt insbesondere sein konsequentes Arbeiten an sehr unterschiedlichen Schauplätzen – von abgelegenen Landschaften bis zu pulsierenden Großstädten. Dabei geht Radić stets vom jeweiligen Ort und seiner spezifischen Geschichte aus. Mit der Auszeichnung wird der chilenische Architekt der 55. Preisträger des seit 1979 vergebenen Pritzker Architecture Prize.

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