Historische Ansichten: Rostocks 50er-Jahre mit Kneipenhaus und Kindergarten kehren zurück
In der beliebten Reihe Historische Ansichten werfen der renommierte Rostocker Fotograf Gerhard Weber und Thomas Werner vom Kulturamt einen faszinierenden Blick in die Vergangenheit der Hansestadt. Ihre neueste Folge, Nummer 1736, führt die Betrachter zurück in die 1950er-Jahre, eine Zeit des Wiederaufbaus und des architektonischen Wandels.
Verlorenes Kneipenhaus 'Zur Krim'
Eine farbige Aufnahme aus dem Jahr 1958 zeigt den Lagebuschturm im Hintergrund. Ganz links im Bild ist das Gebäude Beginenberg 20 zu erkennen, in dem sich die traditionsreiche Gaststätte 'Zur Krim' befand. Diese Lokalität, auf dem Foto noch mit ihren charakteristischen vergitterten Fenstern im Erdgeschoss zu sehen, musste später einem städtebaulichen Projekt weichen. Für die Umverlegung der Straßenbahntrasse wurde das Haus abgerissen, ein Verlust für das historische Stadtbild Rostocks.
Denkmalgeschützter Kindergarten aus Ziegeln
Hinter dem ehemaligen Kneipenhaus ist auf der historischen Fotografie ein markanter Kindergarten zu sehen. Dieser zweigeschossige, traufständige Baukörper aus Ziegelsichtmauerwerk steht seit einigen Jahren unter Denkmalschutz. Er gilt als exemplarisches Beispiel für die Architektur des Wiederaufbaus in den 1950er-Jahren und zeugt von der baulichen Qualität und dem gestalterischen Willen jener Epoche.
Die Zusammenarbeit zwischen Fotograf Gerhard Weber, der mit seiner umfangreichen Sammlung historischer Aufnahmen besticht, und Thomas Werner, der als Mitarbeiter des Kulturamts tief in der Stadtgeschichte verwurzelt ist, ermöglicht es, diese vergessenen oder verlorenen Orte wieder ins öffentliche Bewusstsein zu rücken. Ihre Reihe Historische Ansichten dient nicht nur der Dokumentation, sondern auch der Wertschätzung des baulichen Erbes Rostocks.



