Das glamouröse Filmfestival in Cannes ist für sein Star-Aufgebot berühmt, doch in diesem Jahr machen sich die großen Hollywood-Studios rar. Dennoch werden Stars wie John Travolta, Sandra Hüller und Penélope Cruz erwartet. Das Krimi-Drama „Paper Tiger“ mit Scarlett Johansson, Adam Driver und Miles Teller wurde nachträglich in den Wettbewerb um die Goldene Palme aufgenommen und gilt als Film mit dem größten Star-Aufgebot. Das Festival findet vom 12. bis 23. Mai statt.
Weniger Hollywood-Blockbuster
Während in den vergangenen Jahren Blockbuster wie „Mission: Impossible – The Final Reckoning“ mit Tom Cruise außer Konkurrenz gezeigt wurden, fehlen solche Produktionen diesmal. Festivaldirektor Thierry Frémaux führt dies auf die schwierige Lage der US-Filmindustrie zurück: Die Corona-Pandemie, Hollywood-Streiks, die Brände in Los Angeles sowie politische Unsicherheiten und Studio-Übernahmen hätten zu einer mangelnden Gelassenheit geführt, um Millionen teure Filme zu produzieren.
Internationale Stars trotzdem dabei
Trotz des Rückzugs der Studios zieht es viele Stars nach Cannes. Sebastian Stan („Marvel“) ist an der Seite von Renate Reinsve in „Fjord“ von Cristian Mungiu zu sehen. In „Diamond“ von Andy Garcia spielen Brendan Fraser, Bill Murray, Dustin Hoffman und Vicky Krieps. Für die Komödie „Full Phil“ werden Kristen Stewart und Woody Harrelson erwartet. Auch John Travolta gibt mit „Propeller One-Way Night Coach“ sein Regiedebüt, und Barbra Streisand sowie Peter Jackson erhalten eine Ehrenpalme.
Internationales Autorenkino im Aufwind
Das internationale Autorenkino gewinnt weiter an Bedeutung. Bei den diesjährigen Oscars liefen vier von fünf nominierten internationalen Filmen zuvor in Cannes, darunter der Oscar-Gewinner „Sentimental Value“. Auch in diesem Jahr konkurrieren Schwergewichte wie der Iraner Asghar Farhadi mit „Parallel Tales“, Pedro Almodóvar mit „Bitter Christmas“ und Hirokazu Koreeda mit „Sheep in the Box“ um die Goldene Palme. Die Jury wird von Park Chan-wook geleitet, mit Demi Moore und Stellan Skarsgård als Mitgliedern.
Deutsche Beiträge in Cannes
Die deutsche Regisseurin Valeska Grisebach zeigt ihren Wettbewerbsfilm „Das geträumte Abenteuer“. Sandra Hüller spielt in Pawel Pawlikowskis „Vaterland“ die Rolle der Erika Mann. Jella Haase ist in „Gentle Monster“ neben Léa Seydoux und Catherine Deneuve zu sehen. Lars Eidinger wirkt gleich in zwei Filmen mit: im Wettbewerbsfilm „Moulin“ als Gestapo-Chef Klaus Barbie und in Volker Schlöndorffs „Heimsuchung – Eine Jahrhundertgeschichte“, die in der Reihe „Cannes Première“ läuft.



