David Dietl, Regisseur von „Ein Münchner im Himmel – Der Tod ist erst der Anfang“, spricht im Interview über die schwierige Beziehung zwischen Vater und Kind, die Verarbeitung von Trauer und seine Liebe zu München. Der Film, eine Neuverfilmung der Satire von Ludwig Thoma, startet am Donnerstag in den Kinos.
Ein persönlicher Film über Tod und Versöhnung
Dietl erklärt, dass der Tod seines Vaters vor über zehn Jahren der Auslöser für den Film war. „Seit seinem Tod dachte ich über einen Film nach, der sich mit dem Tod, dem Verlust, der Trauer und dem Umgang damit auseinandersetzt, weil das bis dahin für mich ein Tabu-Thema war“, so Dietl. Die Idee, die Kurzgeschichte von Ludwig Thoma mit einer versöhnlichen Vater-Kind-Beziehung zu verbinden, entstand bei der Recherche.
Der Film zeigt den Taxifahrer Wiggerl, der nach seinem Tod in den Himmel kommt, sich dort aber unwohl fühlt und zurück auf die Erde geschickt wird. Dietl betont, dass die Figur des Wiggerl, gespielt von Maximilian Brückner, nicht als Hommage an seinen Vater gedacht sei, sondern einen Mann zeige, der keine Verantwortung für seine Tochter übernimmt und sich als Lebenskünstler durchschlägt.
Humor in der Trauer
Obwohl der Film ernste Themen behandelt, ist er eine Komödie. „Beides liegt für mich eng beisammen. Ich finde es wichtig, auch in der Trauer zu lachen und beim Thema Tod auch den Humor zuzulassen“, sagt Dietl. Auf dem Land sei es üblich, dass beim Leichenschmaus Musik gespielt und Anekdoten erzählt werden – ein Umgang mit dem Tod, den er in der Stadt selten erlebe.
München aus der Außenperspektive
Dietl, in Los Angeles geboren und mit drei Jahren nach München gekommen, schätzt die Stadt als idealen Ort, um Kinder großzuziehen. „Um zu begreifen, wie gut man’s hier hat, muss man die Stadt allerdings zwischendurch verlassen“, meint er. Der Film wurde unter anderem im Kunsthistorischen Museum in Wien gedreht, was eine logistische Meisterleistung des Teams erforderte.
Besetzung und Marktforschung
Die beeindruckende Besetzung mit Maximilian Brückner, Heiner Lauterbach, Michaela May, Maxi Schafroth, Olli Schulz und Sigi Zimmerschied kam durch die Qualität des Drehbuchs und die Begeisterung der Schauspieler zustande. Dietl ließ zudem Marktforschung betreiben: „80 Prozent der Befragten kennen den ‚Münchner im Himmel‘ – die Jüngeren vor allem durch die Figur im Hofbräu-Zelt auf der Wiesn.“
Neben diesem Film bringt Dietl noch eine Neuverfilmung von Erich Kästners „Emil und die Detektive“ heraus, die Ende September startet. „Es ist mein erster Kinderfilm. Kästner erzählt eine tolle Geschichte über Zusammenhalt gegen Vorurteile“, so der Regisseur.



