Deutscher Filmpreis: Die Nominierungen für die Goldene Lola sind bekannt
Zwei Monate vor der feierlichen Verleihung des Deutschen Filmpreises hat die Deutsche Filmakademie die Nominierungen für die begehrten Auszeichnungen veröffentlicht. Die Bekanntgabe erfolgte am Dienstag und sorgt bereits jetzt für Spannung in der deutschen Filmszene. Die Verleihung der Goldenen Lola findet am 29. Mai in Berlin statt und wird von Schauspieler Christian Friedel moderiert.
Favorit mit elf Nominierungen
Das Drama „In die Sonne schauen“ von Regisseurin Mascha Schilinski geht mit den meisten Nominierungen ins Rennen. Der Film ist gleich elfmal vorgeschlagen, unter anderem für die Kategorien bester Spielfilm, beste Regie und bestes Drehbuch. Der Film war in diesem Jahr auch der deutsche Beitrag für die Oscars in Hollywood, schaffte es dort jedoch nicht bis in die Endrunde. Erzählt wird die Geschichte von vier jungen Frauen, die zu unterschiedlichen Zeiten auf einem Bauernhof in der Altmark leben.
Das Politdrama „Gelbe Briefe“ von Regisseur İlker Çatak folgt mit neun Nominierungen. Jeweils sieben Nominierungen erhielten die Buchverfilmung „Ach, diese Lücke, diese entsetzliche Lücke“ von Simon Verhoeven und das Drama „Das Verschwinden des Josef Mengele“ von Kirill Serebrennikow.
Sechs Filme konkurrieren um besten Spielfilm
Insgesamt stehen sechs Produktionen im Wettbewerb um die Goldene Lola für den besten Spielfilm. Neben den bereits genannten Titeln sind dies das Drama „Amrum“ von Regisseur Fatih Akin und die Literaturverfilmung „22 Bahnen“ von Mia Maariel Meyer. Die Mitglieder der Deutschen Filmakademie stimmen ähnlich wie bei den Oscars in den USA über viele der Preisträgerinnen und Preisträger ab.
Senta Berger als beste Hauptdarstellerin nominiert
Die renommierte Schauspielerin Senta Berger ist für ihre rührende Rolle in „Ach, diese Lücke, diese entsetzliche Lücke“ als beste Hauptdarstellerin vorgeschlagen. Die 84-Jährige hatte sich zuletzt von einem Sturz erholen müssen, bei dem sie sich einen komplizierten Bruch des Oberschenkels zuzog und operiert werden musste. In dem Film spielt sie unter der Regie ihres Sohnes. Die Produktion basiert auf dem gleichnamigen Buch des Schauspielers Joachim Meyerhoff, das dieser über seine Großeltern schrieb. Berger kann nun auf eine Lola als beste Hauptdarstellerin hoffen, nachdem sie vor einigen Jahren bereits den Ehrenpreis der Filmakademie erhalten hatte.
Als beste Hauptdarstellerin sind außerdem Özgü Namal für „Gelbe Briefe“ und Luna Wedler für „22 Bahnen“ nominiert. In der Kategorie bester Hauptdarsteller konkurrieren Bruno Alexander für „Ach, diese Lücke, diese entsetzliche Lücke“, August Diehl für „Das Verschwinden des Josef Mengele“ und Tansu Biçer für „Gelbe Briefe“.
Ehrenpreis für Wim Wenders
Bereits fest steht, dass der renommierte Regisseur Wim Wenders in diesem Jahr den Ehrenpreis der Deutschen Filmakademie erhält. Wenders, bekannt für Filme wie „Paris, Texas“ und „Perfect Days“, wird damit für sein Lebenswerk geehrt. Die Auszeichnung für den besucherstärksten Film geht an „Das Kanu des Manitu“ von Regisseur und Schauspieler Michael „Bully“ Herbig.
Weitere Kategorien und Nominierte
In der Kategorie bester Dokumentarfilm sind drei Produktionen nominiert:
- „Siri Hustvedt - Dance Around the Self“ über die Schriftstellerin Siri Hustvedt
- „Soldaten des Lichts“ über Verschwörungsideologien
- „Im Prinzip Familie“
Als bester Kinderfilm sind „Das geheime Stockwerk“ und „Zirkuskind“ vorgeschlagen.
Vergangenheit und Zukunft des Filmpreises
Im vergangenen Jahr hatte der Thriller „September 5“ von Regisseur Tim Fehlbaum über das Olympia-Attentat 1972 in München die Goldene Lola für den besten Spielfilm gewonnen. Der Deutsche Filmpreis war früher mit rund drei Millionen Euro dotiert, dann wurde das Geld für die Filmförderung umgewidmet.
Akademiepräsident Florian Gallenberger plädierte bei der Bekanntgabe der Nominierungen im ARD-Mittagsmagazin dafür, mehr junge Menschen an Filme heranzuführen, wie es etwa in Frankreich praktiziert werde. Die Gala an der Berliner Messe wird am Abend der Verleihung zeitversetzt auch im Ersten gezeigt und verspricht einen glamourösen Abend für die deutsche Filmindustrie.



