Franz Xaver Gernstl wird 75: Filmlegende blickt auf Karriere und plant bis 100
Gernstl wird 75: Filmlegende plant bis 100

Filmlegende Franz Xaver Gernstl feiert 75. Geburtstag

Der bekannte Dokumentarfilmer Franz Xaver Gernstl, Schöpfer der beliebten Reportagereihe "Gernstl unterwegs", begeht an diesem Donnerstag seinen 75. Geburtstag. Der in Schwabing lebende Filmemacher, der auch für Formate wie "Willi wills wissen" und "Checker Tobi" verantwortlich zeichnet, blickt im Gespräch auf eine über vier Jahrzehnte währende Karriere zurück und verrät seine Pläne für die Zukunft.

Neues Lebensviertel beginnt: Ziel ist das 100. Lebensjahr

"Die Zahl 75 macht mir keine Angst", erklärt Gernstl mit charakteristischem Charme. "Für mich geht ein neues Viertel los, ich will ja tatsächlich mal 100 werden – einer der wenigen Pläne, die ich im Leben habe!" Um dieses ambitionierte Ziel zu erreichen, hat der Filmemacher eine tägliche Routine entwickelt: Morgendliche Meditation, Zeitungslektüre am Smartphone und regelmäßiger Sport gehören fest dazu. "Heute mache ich erstaunlich viel Sport; viel mehr als früher, 35 Liegestütze täglich und mindestens viermal pro Woche bin ich auf dem Crosstrainer bei mir zu Hause", verrät der 75-Jährige.

Geburtstagsfeier im kleinen und großen Kreis

Seinen Ehrentag begeht Gernstl zunächst im intimen Familienkreis mit seinen Söhnen Jonas (42) und Oliver (36) sowie einigen engen Vertrauten bei einem gepflegten Abendessen. "Ah, gut, dass Sie mich erinnern, da muss ich ja gleich noch einen Tisch bestellen", scherzt der Filmemacher. Am Samstag folgt dann eine größere Feier mit etwa 30 Freunden, bei der alle Gäste etwas zum Catering beisteuern und bereits am Nachmittag gemeinsam gekocht wird.

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Karriere-Highlights und das Ende einer Ära

Gernstls Schaffen wurde mit zahlreichen Preisen gewürdigt, darunter dem Bayerischen und Deutschen Filmpreis, dem Grimme-Preis und dem Bayerischen Fernsehpreis. Besonders stolz ist er aktuell auf den Erfolg des "Checker Tobi"-Kinofilms, der kürzlich die Eine-Million-Besucher-Marke geknackt hat.

Von 1983 bis 2024 bereiste Gernstl mit seinem Team – Kameramann Hans Peter Fischer und Tontechniker Stefan Ravasz – die Welt für "Gernstl unterwegs". "Ich war dabei Produzent, Regisseur und Moderator in einem, das war schon eine coole Zeit!" Die Einstellung der Serie nach über 40 Jahren durch den Bayerischen Rundfunk traf den Filmemacher zunächst hart: "Nachdem der BR im letzten Jahr den Stecker gezogen hat, war ich erst mal gekränkt und beleidigt. Inzwischen sage ich mir: Es ist okay! Denn dadurch bin ich unter die Schriftsteller gegangen."

Neues Buch und Philosophie des Glücks

Am 13. Mai erscheint Gernstls Autobiografie "Glück gehabt! – über das Unterwegssein, das Filmemachen und das Leben an sich" im Kösel Verlag. "Gerade ist es fertig geworden, das war noch viel mehr Aufwand, als einen Film zu machen", gesteht der Autor. Die zentrale Botschaft seines Werkes: "Glück einfach geschehen lassen – dass man die glücklichen Zufälle im Leben wahrnimmt und daraus etwas macht!"

Gernstl betont: "Ich war aber nie auf der Suche nach dem Glück, das macht keinen Sinn, weil man es dann nicht findet. Glück ist der Normalzustand des Menschen; die Abwesenheit von Unglück ist das Glück." Zu seinen persönlichen Glücksmomenten zählen insbesondere die Geburten seiner Söhne, obwohl er ursprünglich keine Kinder wollte. "Als ich den ersten Wurschtel in der Hand gehabt habe, nach einer achtstündigen Geburt, war es, als hätte sich bei mir ein Schalter umgelegt", erinnert sich der Vater.

Zukunft: Lesetour und mögliches zweites Buch

Trotz des Endes seiner Fernsehserie plant Gernstl keineswegs, sich zur Ruhe zu setzen. "Auf keinen Fall! Das Leben zu genießen bedeutet für mich, etwas Kreatives zu machen und nicht nur auf dem Sofa rumzuhocken und fernzuschauen", erklärt er entschieden. Seine Anteile an der Produktionsfirma Megaherz GmbH hat er zwar an seine Söhne überschrieben, bleibt aber weiterhin involviert.

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Ab Mitte Mai geht der Dokumentarfilmer mit seiner Autobiografie auf Lesetour, beginnend mit einer Präsentation im Literaturhaus München am 15. Mai, moderiert von seiner langjährigen Freundin Caro Matzko. "Und eventuell schreibe ich danach gleich ein zweites Buch; Stoff gäbe es ja genug", verrät Gernstl. "Vielleicht steckt da auch der Wunsch dahinter, noch etwas Applaus zu bekommen. Ich brauche das Geld nicht, aber ab und zu noch ein bisserl Jubel wäre nicht schlecht!"