Neue Krimireihe im ZDF: Vom Baumarkt in den Einsatz
Das ZDF erweitert sein Krimi-Programm mit einer neuen Reihe, die bewusst auf traditionelle Alpenklischees verzichtet. „Der Garmisch-Krimi“ startet heute Abend um 20:15 Uhr und spielt im deutsch-österreichischen Grenzgebiet. Produzent Karsten Günther von Bavaria Fiction betonte bereits während der Dreharbeiten, dass die Serie die stark stereotypisierte Bergregion neu interpretieren möchte.
Keine Postkartenidylle, sondern authentische Ermittlungen
Strahlend blaue Himmel und grüne Almwiesen sucht man in dieser Produktion vergeblich. Stattdessen zeigt die Reihe eine rauere, realistischere Seite der Alpenregion. Hauptdarstellerin Lavinia Wilson, die in ihrer Rolle als Ira Zach die Berge sogar als „verdammte Scheißberge“ bezeichnet, verkörpert diese Abkehr von romantischen Klischees perfekt.
Ein ungleiches Ermittlerinnen-Duo mit besonderer Dynamik
Im Zentrum der Handlung stehen zwei Frauen, die unterschiedlicher kaum sein könnten:
- Ira Zach (Lavinia Wilson): Die ehemalige Kommissarin arbeitet nun als Verkäuferin im örtlichen Baumarkt, wo sie im Team Gartenteich Kunden berät oder mit dem Gabelstapler im Lager unterwegs ist. Grantig, impulsiv und in den 90ern stilistisch verhaftet, trägt sie nur schwarze Kleidung, Sonnenbrille und kein Make-up.
- Daphne Meindl (Philine Schmölzer): Die jüngere, korrekte Nachfolgerin von Zach im Polizeidienst trägt brave Hemden in Pastelltönen und einen Katzenbecher, aus dem sie ständig über einen Strohhalm trinkt.
Die besondere Spannung entsteht dadurch, dass Zach eigentlich gar nicht mehr ermitteln darf. Regisseurin Saralisa Volm erklärt: „Dadurch kann sie sich viel mehr erlauben und geht andere Wege als ihre ehemaligen Kolleginnen und Kollegen.“
Regionale Authentizität statt konventioneller Muster
Lavinia Wilson, die selbst aus Bayern stammt, äußerte sich zum Konzept: „Bei dem Titel erwartet man eher einen konventionellen Regionalkrimi. Davon gibt es aber schon genügend.“ Ihr Wunsch war es, eine Reihe zu schaffen, die die bayerische Provinz ernst nimmt, ohne in Klischees zu verfallen.
Philine Schmölzer verglich die Menschen in Tirol, wo große Teile gedreht wurden, mit den Bergen der Region: „Sie haben etwas Raues, zumindest am Beginn. Man muss erst warm werden mit den Menschen dort.“ Diese Authentizität überträgt sich spürbar auf die Serie.
Premierenfolge mit gesellschaftlich relevanten Themen
Die erste Episode mit dem Titel „Wolfsblut“ behandelt Konflikte zwischen Naturschützern, Landwirten und politischen Akteuren – Themen, die weit über die Region hinaus relevant sind. Während bereits Einblicke in Zachs Privatleben gegeben werden, bleibt das ihrer Nachfolgerin Meindl vorerst im Dunkeln. Auch die Gründe für Zachs Ausscheiden aus dem Polizeidienst werden noch nicht enthüllt, was Spannung für kommende Folgen schafft.
Nachdem die Vorgängerserie „Die Garmisch-Cops“ nach zwei Staffeln wegen mangelnder Resonanz beim jüngeren Publikum eingestellt wurde, setzt das ZDF mit diesem innovativen Konzept auf frischen Wind im Regionalkrimi-Genre.



