Politthriller 'One Battle After Another' triumphiert mit sechs Oscars bei 98. Verleihung
Politthriller holt sechs Oscars - Vampirfilm verpasst Rekord

Politthriller 'One Battle After Another' dominiert 98. Oscar-Verleihung mit sechs Trophäen

Bei der glamourösen 98. Oscar-Verleihung im Dolby Theatre in Hollywood hat der Politthriller 'One Battle After Another' von Regisseur Paul Thomas Anderson einen beeindruckenden Triumph gefeiert. Das Werk, das von militanten linken Aktivisten in den USA erzählt, die vorwiegend von selbstbewussten schwarzen Frauen angeführt werden, gewann gleich sechs der begehrten Auszeichnungen. Darunter befand sich der prestigeträchtige Oscar als Bester Film, der den Höhepunkt des Abends markierte.

Anderson endlich ausgezeichnet - Vampirfilm verpasst historischen Rekord

Für Paul Thomas Anderson bedeutete der Abend einen lang ersehnten persönlichen Durchbruch. Nach zahlreichen Nominierungen in seiner Karriere wurde der renommierte Filmemacher erstmals selbst mit Oscars geehrt - und das gleich in zwei Kategorien: als Bester Regisseur und für das Beste adaptierte Drehbuch. Sein Film war mit 13 Nominierungen als einer der Favoriten ins Rennen gegangen und übertraf alle Erwartungen.

Einen weniger triumphalen Abend erlebte hingegen das Vampirdrama 'Blood & Sinners' von Regisseur Ryan Coogler. Trotz historischer 16 Nominierungen - so viele wie kein anderer Film in der Oscar-Geschichte - musste sich das Südstaatendrama mit fünf Auszeichnungen begnügen. Damit verfehlte es knapp den Rekord für die meisten gewonnenen Oscars. Die Trophäen erhielt der Film immerhin für das Beste Originaldrehbuch, die Beste Filmmusik und den Besten Hauptdarsteller Michael B. Jordan.

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Schauspielpreise mit Überraschungen und etablierten Stars

Die Schauspielkategorien boten eine Mischung aus erwarteten Siegen und angenehmen Überraschungen:

  • Michael B. Jordan setzte sich in der Doppelrolle in 'Blood & Sinners' gegen starke Konkurrenz durch, darunter Hollywoodstar Timothée Chalamet für 'Marty Supreme'.
  • Die Auszeichnung für die Beste Hauptdarstellerin ging an die irische Schauspielerin Jessie Buckley für ihre ergreifende Darstellung in 'Hamnet'.
  • Veteran Sean Penn gewann seinen dritten Oscar als Bester Nebendarsteller für 'One Battle After Another', war jedoch persönlich nicht anwesend.
  • Als Beste Nebendarstellerin wurde Amy Madigan für den Horrorfilm 'Weapons – Die Stunde des Verschwindens' ausgezeichnet.

Historische Meilensteine und deutsche Enttäuschungen

Die Verleihung markierte mehrere historische Premieren in der Oscar-Geschichte:

  1. Erstmals ging der Oscar für die Beste Kameraführung an eine Frau: Autumn Durald Arkapaw wurde für 'Blood & Sinners' ausgezeichnet.
  2. Zum ersten Mal wurde ein Oscar für das Beste Casting vergeben, den Cassandra Kulukundis für 'One Battle After Another' erhielt.
  3. Ein seltener Gleichstand in der Kategorie Bester Kurzfilm führte zu zwei Gewinnern: 'The Singers' und 'Two People Exchanging Saliva'.

Für deutsche Filmemacher verlief der Abend hingegen enttäuschend. Weder der deutsche Beitrag 'In die Sonne schauen' noch die für Visuelle Effekte nominierten Michael Ralla und Guido Wolter konnten eine Trophäe mit nach Hause nehmen. Der norwegische Film 'Sentimental Value', der auch aus Deutschland mitproduziert wurde, gewann immerhin als Bester Internationaler Film.

Moderation mit politischen Seitenhieben und bewegende Momente

Moderator Conan O'Brien führte mit charakteristischem Humor durch die mehr als dreistündige Show. Seine Eröffnungsrede enthielt nicht nur Scherze über Künstliche Intelligenz, sondern auch deutliche politische Anspielungen. Mit dem Satz 'Wir melden uns live aus dem Hat-einen-kleinen-Penis-Theater' zielte er offenbar auf die umstrittene Umbenennung des Kennedy Centers in 'Trump Kennedy Center'.

Zu den emotionalen Höhepunkten des Abends gehörte der Auftritt von Barbra Streisand. Die 83-jährige Legende erinnerte bewegend an ihren verstorbenen Filmpartner Robert Redford und sang einen Ausschnitt aus 'So wie wir waren'. Während der traditionellen 'In Memoriam'-Sequenz wurde auch an andere verstorbene Filmschaffende erinnert, darunter Diane Keaton und Rob Reiner.

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Weitere Preisträger und besondere Auszeichnungen

Neben den Hauptkategorien wurden weitere bemerkenswerte Filme ausgezeichnet:

  • Bester Dokumentarfilm: 'Ein Nobody gegen Putin' (deutsche Co-Produktion)
  • Bester Animationsfilm und Bester Filmsong: 'KPop Demon Hunters'
  • Drei Oscars für 'Frankenstein' von Guillermo del Toro (Kostümdesign, Maske, Szenenbild)

Die 98. Oscar-Verleihung zeigte einmal mehr die Vielfalt und Qualität des internationalen Kinos, während sie gleichzeitig historische Barrieren durchbrach und politische Kommentare nicht scheute. Mit Stars wie Leonardo DiCaprio, Steven Spielberg, Sigourney Weaver und Anna Wintour im Publikum bewies die Veranstaltung erneut ihre ungebrochene Strahlkraft als wichtigste Filmpreisverleihung der Welt.