Mitten in der Lutherstadt Wittenberg beherbergt das Museum der Stiftung Christliche Kunst im Schloss eine außergewöhnliche Kunstsammlung. Bedeutende, vor allem grafische Werke des späten 19. Jahrhunderts bis in die Gegenwart von zahlreichen namhaften Künstlern wie Ernst Barlach, Marc Chagall und Käthe Kollwitz oder Christopher Lehmpfuhl sind hier vorhanden und können gezeigt werden.
Eine Schatzkammer der Moderne
Die Sammlung umfasst weit über tausend Blätter, darunter Holzschnitte, Radierungen und Lithografien. Viele dieser Werke sind der Öffentlichkeit bisher kaum bekannt. Die neue Reihe „Glaube. Zweifel. Kunst.“ soll dies ändern. Sie lädt dazu ein, die Kostbarkeiten in mehreren Ausstellungen zu entdecken. Den Auftakt macht eine Mappe mit Holzschnitten von Karl Schmidt-Rottluff mit dem Titel „Gang nach Emmaus“. Stiftungsvorsitzender Christhard-Georg Neubert und Kunsthistoriker Professor Bernd-Wolfgang Lindemann erläuterten bei einem Gespräch die Bedeutung der Werke.
Künstlerische Auseinandersetzung mit Glauben
Die Exponate spiegeln die Auseinandersetzung der Künstler mit existenziellen Fragen wider. „Glaube und Zweifel sind zentrale Themen der Moderne“, betonte Lindemann. Die Werke von Barlach, Chagall und Kollwitz zeugen von einer intensiven Suche nach Sinn und Transzendenz. Die Ausstellungsreihe möchte diesen Dialog zwischen Kunst und Spiritualität fördern und einem breiten Publikum zugänglich machen.
Bekanntheit steigern
Ziel der Stiftung ist es, die Sammlung überregional bekannt zu machen. Bisher war sie vor allem Fachleuten ein Begriff. Mit der Reihe sollen auch Laien angesprochen werden. Die Ausstellungen werden von Vorträgen und Führungen begleitet. Die Verantwortlichen hoffen, dass Wittenberg so nicht nur als Reformationsstadt, sondern auch als Ort bedeutender Kunst wahrgenommen wird.



