Der indigene Rapper und Künstler „Supaman“ hat Schülern einer siebten Klasse am Radebeuler Lößnitzgymnasium die Kultur der Apsáalooke nähergebracht. Der 48-jährige Christian Parrish Takes the Gun, so sein bürgerlicher Name, erschien in traditioneller, farbenfroher Kleidung mit Federn und Schmuck sowie Mokassins, um den Jugendlichen ein authentisches Bild seiner Herkunft zu vermitteln und mit gängigen Klischees aufzuräumen.
Begegnung mit der indigenen Kultur
„Ich laufe nicht immer so herum. Ich kleide mich normal. Ich habe einen Job. Ich wohne in einem Haus in einem kleinen Ort mit 2.000 Einwohnern“, erklärte Supaman den Schülern. Er ist einer von rund 14.000 Angehörigen des Apsáalooke-Stammes aus Montana. Bekannt wurde er durch seine Hip-Hop-Musik, die traditionelle Themen und Instrumente in einen modernen Kontext stellt. Zudem ist er ein „Fancy War Dancer“ und tritt bei Powwows auf, wo er Choreografien zu traditioneller Stammesmusik präsentiert.
Stereotype und Realität
„Viele Leute kennen uns nur aus alten Filmen, wo wir Büffel jagen, in Tipis leben und ständig kämpfen“, sagte der Rapper. „Das ist die alte, stereotype Geschichte. Viele denken, Native Americans seien immer noch so – aber wir sind heute genau wie ihr.“ Die Siebtklässler nutzten die Gelegenheit, um ihn über Jagd, Kriegsgeschichte, Sprache und den Alltag in Reservaten auszufragen.
Parrish erzählte, wie er mit einem Musikvideo gemeinsam mit dem Rapper „Taboo“ von den Black Eyed Peas 2017 einen MTV Video Music Award gewann, wobei er in seiner Stammessprache rappte. Mit seinen Workshops reist er weltweit und war bereits an Schulen in Taiwan, Frankreich und Schweden. Am Wochenende tritt er bei den 33. Karl-May-Festtagen in Radebeul auf.



