Wie stark prägt die DDR das Leben von Frauen bis heute? Dieser Frage widmet sich die Historikerin Annette Schuhmann am Dienstag, dem 12. Mai, um 19 Uhr im Brigitte-Reimann-Literaturhaus in Neubrandenburg. Dort präsentiert sie ihr Buch mit dem Titel „Wir sind anders. Wie die DDR Frauen bis heute prägt“.
13 Porträts ostdeutscher Frauen
Grundlage des Werks sind 13 Porträts von Frauen aus Ostdeutschland, die auf biografischen Interviews basieren. Die Porträtierten stammen aus verschiedenen Generationen und Lebensbereichen. Schuhmann zeigt auf, wie Erfahrungen und Erinnerungen aus der DDR-Zeit das Selbstverständnis der Frauen bis in die Gegenwart beeinflussen.
Die Autorin: In Ostberlin aufgewachsen
Annette Schuhmann ist 1960 in Ostberlin geboren und im Prenzlauer Berg aufgewachsen. Mit 28 Jahren, kurz vor dem Mauerfall, reiste sie aus der DDR aus. Heute arbeitet sie am Leibniz-Zentrum für Zeithistorische Forschung in Potsdam. Im Interview mit dem Nordkurier berichtet sie, dass es ihr mit Ostdeutschen leichter falle, über schwierige Themen wie Krankheiten oder Krisen zu sprechen. „Es gibt einen gemeinsamen Erfahrungsraum, der eine Art Vertrautheit schafft – fast wie eine gemeinsame Sprache“, so Schuhmann.
Ost-Identität: Überbewertet und irreführend?
Den Begriff der Ost-Identität hält die Historikerin jedoch für überbewertet und teilweise irreführend. Stattdessen betont sie die große Vielfalt an Lebenswegen. „Eine Frau aus einer Sozialwohnung in Bremen kann mehr Ähnlichkeiten mit mir haben als ein Start-up-Unternehmer aus Jena“, erklärt Schuhmann. Ihrer Ansicht nach präge die soziale Herkunft stärker als die geografische.
Moderation und Anmeldung
Der Abend am 12. Mai wird von Rebecca Kalisch vom Zentrum für Geschlechterforschung der Universität Greifswald moderiert. Der Eintritt kostet 6 Euro, ermäßigt 4 Euro. Eine Anmeldung wird empfohlen, entweder telefonisch unter 0395 566778 oder per E-Mail an kontakt@brigitte-reimann-literaturhaus.de.



