Fünf neue Traditionen als immaterielles Kulturerbe anerkannt
Neue Traditionen als immaterielles Kulturerbe

Fünf neue Traditionen als immaterielles Kulturerbe anerkannt

Die Kulturlandschaft Deutschlands hat fünf bedeutende Neuzugänge erhalten. Die Kulturministerkonferenz, Kulturstaatsminister Wolfram Weimer und die Deutsche Unesco-Kommission haben bekannt gegeben, dass das bundesweite Verzeichnis des immateriellen Kulturerbes um fünf Traditionen erweitert wurde. Damit zählen nun insgesamt 173 kulturelle Ausdrucksformen zu diesem besonderen Erbe.

Die neuen Kulturschätze im Detail

Zu den neu aufgenommenen Traditionen gehören:

  • Die Bolzplatzkultur – als offener Begegnungsraum, der Menschen unterschiedlicher Hintergründe zusammenbringt und soziale Kompetenzen wie Fairness und Teamfähigkeit fördert
  • Das Herrenschneiderhandwerk – eine identitätsstiftende Praxis, die seit Jahrhunderten das Erscheinungsbild von Herrenbekleidung prägt
  • Martinsumzüge mit Laternen im Rheinland – ein traditionelles Brauchtum mit langer Geschichte
  • Die Schaustellerkultur auf Volksfesten – ein wichtiger Bestandteil der deutschen Festkultur
  • Die traditionelle kleine Küstenfischerei an der Ostseeküste – ein Handwerk mit regionaler Verwurzelung

Bolzplatz als Schule des Lebens

Besonders hervorzuheben ist die Aufnahme der Bolzplatzkultur, die in der offiziellen Begründung als „Schule des Lebens“ gewürdigt wird. „Als offener und niedrigschwelliger Begegnungsraum bringt der Bolzplatz Menschen unterschiedlicher Hintergründe zusammen und fördert soziale Kompetenzen wie Fairness, Teamfähigkeit und Konfliktlösung“, heißt es in der offiziellen Begründung. Diese Anerkennung unterstreicht die Bedeutung informeller Spiel- und Begegnungsorte für das gesellschaftliche Miteinander.

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Handwerk mit kultureller Strahlkraft

Das Herrenschneiderhandwerk wird als besonders bedeutsam beschrieben, da es als „identitätsstiftende Praxis“ seit Jahrhunderten nicht nur das Erscheinungsbild von Herrenbekleidung prägt, sondern auch über die Mode hinaus in Kunst und Alltagskultur wirkt. Diese Anerkennung würdigt das handwerkliche Können und die kulturelle Bedeutung traditioneller Handwerksberufe.

Das Verzeichnis des immateriellen Kulturerbes

Seit 2003 gibt es ein internationales Abkommen zur Erhaltung des immateriellen Kulturerbes der Unesco, der für Kultur zuständigen Organisation der Vereinten Nationen. Deutschland ist seit 2013 Vertragspartei dieses wichtigen Abkommens. Das deutsche Verzeichnis soll „kreative, inklusive und innovative“ Kulturformen würdigen und ist kein direktes Unesco-Verzeichnis, sondern ein nationales Dokument. Allerdings können Einträge aus den nationalen Verzeichnissen für eine der drei internationalen Unesco-Listen vorgeschlagen werden.

Die Vielfalt des deutschen Verzeichnisses ist beeindruckend – von der Berliner Technokultur bis zum Bergsteigen in Sachsen reicht das Spektrum der bereits anerkannten Traditionen. Mit den fünf neuen Einträgen wird diese kulturelle Bandbreite weiter bereichert und das lebendige Erbe Deutschlands angemessen gewürdigt.

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