Erinnerungen an die Schulzeit
Erinnern Sie sich noch an Ihre Schulzeit? Denken Sie gerne oder eher mit Bauchgrummeln an sie zurück? Möglicherweise blicken Sie auch mit gemischten Gefühlen auf diesen Teil Ihrer Vergangenheit. Schließlich gab es viele Faktoren, die unsere Empfindungen in der Zeit beeinflusst haben und uns daher unterschiedlich an die Zeit zurückerinnern lassen. Dabei denke ich, stand und fiel einiges mit der Art der Lehrkräfte.
Verhältnis zum Lateinlehrer nicht das beste
Aber es hing unter anderem auch davon ab, wie die Stimmung im Klassenverband war und in welcher Lebensphase man sich gerade selbst befand. Ich kann nur sagen, die Grundschulzeit war super. Später war ich froh, als ich mein Abitur in der Tasche hatte. Nur zu gut erinnere ich mich noch an meinen Lateinlehrer, der mich just an dem Tag, als ich einmal ohne Hausaufgaben zur Schule kam, an die Tafel geholt und willentlich vor versammelter Klasse so richtig schön vorgeführt hat. Da muss ich eigentlich nicht extra erwähnen, dass unser Verhältnis ab da an erst recht nicht mehr das Beste war.
Nie und nimmer hätte ich ihn jemals freiwillig gebeten, mich diese Sprache zu lehren. Zumal man so etwas, wenn man die Wahl hat, wohl nur von jemandem erbittet, zu dem man ein gutes Vertrauensverhältnis hat. Genau das hatten die Jünger zu Jesus. Er war ihr Lehrer bei Fragen rund um den Glauben. Daher baten sie eines Tages: „Lehre uns beten!“ Jesus kam dieser Bitte nach.
Zuerst wies er sie darauf hin, dass es beim Beten nicht darum geht, dieses zur Selbstdarstellung demonstrativ vor anderen zu tun, sondern dass es um die ehrliche persönliche Beziehung zwischen einem selbst und Gott geht, die auch im Verborgenen im Gebet entsteht. (Mt 6,5ff) Im Anschluss daran offenbarte er ihnen das eine Gebet, mit dem sie gar nicht erst ins Plappern verfallen, sondern sich auf das Wesentliche konzentrieren sollten.
Vaterunser verbindet Betende miteinander
Es ist das Vaterunser, das seitdem unzählige Betende, über Zeit und Raum hinweg miteinander verbindet und zu den unterschiedlichsten Anlässen gebetet wird. Dabei ist mir in diesen Tagen ein Abschnitt noch einmal besonders wichtig geworden, und das ist der, in dem es heißt: „Dein Wille geschehe.“ Ja, das bete ich aus vollem Herzen. Denn es geht um Gottes Willen. Ein Wille, bei dem ich fest davon überzeugt bin, dass er sich nicht, wie bei einigen Persönlichkeiten dieser Tage, aus Eigennutz speist, sondern aus Liebe und Barmherzigkeit, sodass in Gottes Willen unsagbar viel Wohlwollen uns gegenüber steckt.
Jemanden aufgrund eines Fehlers vorführen – bei Gott Fehlanzeige. Viel mehr will er unser Wohlergehen, zu dem wir unseren Beitrag leisten können, indem wir nach Gottes Willen einander mit Nächstenliebe begegnen. Dafür wünsche ich uns allen viel Willenskraft und Willensstärke.



