Nach 20 Jahren: Einzigartige Hill-Orgel in Prenzlau geweiht
Einzigartige Hill-Orgel in Prenzlau geweiht

Ein langgehegter Traum wird Wirklichkeit: Am kommenden Wochenende wird in der Prenzlauer Marienkirche die Hill-Orgel offiziell eingeweiht. Der Kreiskantor der Uckermark, Hannes Ludwig, hatte vor 20 Jahren die Idee, die zerstörte Kirche mit einer Orgel auszustatten – viele hielten dies damals für unmöglich. Doch Ludwigs Beharrlichkeit zahlte sich aus.

Die Geschichte der Marienkirche

Die 1340 fertiggestellte Kirche St. Marien wurde in den letzten Kriegstagen 1945 schwer zerstört, dabei ging auch die alte Buchholz-Orgel verloren. Der Wiederaufbau begann 1970, aber erst 2009 erklang wieder das Geläut. Von 2018 bis 2020 wurde das Kirchengewölbe mit Bundesmitteln originalgetreu wiederhergestellt, sodass die Kirche am 17. Mai 2020 mit einem Festgottesdienst neu geweiht werden konnte. 2025 folgte eine hölzerne Orgelempore, die den Orgelbau ermöglichte.

Die Suche nach der Orgel

Ein Neubau kam aus Kostengründen nicht in Frage, daher suchte Kantor Ludwig ein historisches Instrument, das zum alten Gemäuer passt. Über ein internationales Netzwerk von Kirchenmusikern und Orgelbauern stieß er auf eine Orgel aus Schottland. Das Instrument wurde 1904 von der Firma Hill & Son, den „Orgelbauern des britischen Königshauses“, für die West Parish Church in Kilbarchan gebaut. Nachdem die Gemeinde ihre Kirche aufgab, wurde die Orgel online angeboten – Interessenten gab es aus Australien, Polen, Italien und Deutschland. Ludwig setzte sich durch, weil er versprach, die Orgel im Originalzustand wieder einzubauen. 2018 erwarb er das Instrument.

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Ein königliches Instrument

Die Firma Hill & Son baute unter anderem die Orgel für die Westminster Abbey. Der schottische Organist Tom Ferguson, der die Orgel über 35 Jahre spielte, bezeichnete sie als „absolut wunderbares Instrument“. Er wird zur Einweihung nach Prenzlau reisen.

Restaurierung und Hindernisse

Die Orgel wurde von einer Werkstatt aus Eberswalde demontiert und restauriert – die Kosten trug die Kirchgemeinde, die Orgel selbst war kostenlos. Ursprünglich sollte sie früher erklingen, doch Corona und der Ukraine-Krieg führten zu Verzögerungen. Die verpackte Orgel wartete in der Nikolaikirche auf ihren Einsatz.

Die Hill-Festtage

Von Donnerstag bis Sonntag werden die Hill-Festtage gefeiert. Höhepunkte sind der Festgottesdienst zur Orgelweihe, Highland-Games, Konzerte und eine Orgelreise durch die Uckermark. Hannes Ludwig wird selbst spielen, ebenso wie viele deutsche und britische Organisten. Jürgen Bischof, Dirigent des Preußischen Kammerorchesters, unterstützt die Vermarktung der Festtage. Er erinnert sich: „1990 haben wir in der Kirche das erste Konzert nach dem Krieg veranstaltet – noch auf Sandboden.“ Die Hill-Orgel ist die größte original erhaltene englische Orgel in Kontinentaleuropa und bereichert die Orgellandschaft der Uckermark.

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