Film 'Der große Wagen' auf Arte: Puppentheater spiegelt Familienschicksal
Arte-Film 'Der große Wagen': Puppentheater und Familiendrama

Arte zeigt berührendes Familiendrama um Puppentheater

Leuchtende Kinderaugen vor der Bühne und leidenschaftliche Puppenspieler dahinter – diese magische Verbindung steht im Mittelpunkt des französischen Spielfilms „Der große Wagen“ (Originaltitel: „Le Grand Chariot“), der an diesem Montag um 22.45 Uhr auf Arte zu sehen ist. Der Film erzählt die einfühlsame Geschichte einer kleinen Familie, deren winziges Marionettentheater durch den plötzlichen Tod des Vaters in existenzielle Turbulenzen gerät.

Eine Familie im Ausnahmezustand

Im Zentrum der Handlung steht die ungewöhnliche Familie um Vater Simon, gespielt von Aurélien Recoing, der nicht nur das Familienoberhaupt, sondern auch der Leiter des kleinen Puppentheaters ist. Während einer Vorstellung bricht Simon unerwartet zusammen – parallel dazu stürzt der Kasper auf der Bühne. Die Kinder müssen den Raum verlassen, Simon wird ins Krankenhaus gebracht, wo er bald darauf verstirbt. Die geplante Tournee wird umgehend abgesagt.

Die Geschwister Louis (Louis Garrel), Martha (Esther Garrel) und die jüngste Schwester Lena (Lena Garrel) müssen nun ohne Eltern zurechtkommen. Ihre Mutter war bereits kurz nach Lenas Geburt verstorben. Lena wird von Albträumen geplagt, während Louis und Martha etwas Rebellisches von ihrer Großmutter geerbt zu haben scheinen: Sie gehen auf Demonstrationen, überwinden Barrikaden und werden zeitweise festgenommen.

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Großmutter als verbindendes Element

Die Großmutter, meisterhaft dargestellt von Francine Bergé, spielt eine zentrale Rolle in der Familiengeschichte. Sie hilft nicht nur beim Bau der Handpuppen, die von ihren Enkelkindern bedient werden, sondern teilt auch ihre eigene bewegte Vergangenheit: Sie wurde von ihren Eltern enterbt, nachdem sie einen Gaukler kennenlernte und zusätzlich aus der Kirche austrat. In der Familie wird viel geredet und diskutiert, besonders über vergangene Zeiten.

Besondere Besetzung mit tieferer Bedeutung

Regisseur Philippe Garrel (77), bekannt für Filme wie „Das Salz der Tränen“, hat in seinem neuesten Werk – betitelt nach dem Sternbild – erstmals alle drei seiner eigenen Kinder besetzt. Diese ungewöhnliche Besetzung verleiht den Hauptfiguren einen besonders vertrauten und authentischen Umgang miteinander. Das Puppenspiel im Film hat dabei eine tiefere symbolische Bedeutung: Es spiegelt die komplexen Familienbeziehungen wider, besonders deutlich im Stück „Kaspers Beerdigung“.

Alle Schauspieler überzeugen in ihren Rollen, insbesondere Louis Garrel (42), der in diesem Film einen Puppenspieler verkörpert, der endlich den Sprung als ernster Schauspieler auf die große Theaterbühne wagen möchte. Seine Schwestern im Film hingegen möchten das Lebenswerk ihres verstorbenen Vaters fortsetzen und das Puppentheater am Leben erhalten.

Kleines Theater als großer Lebensinhalt

Neben der emotional erzählten Familiengeschichte nimmt der kleine Theaterbetrieb einen bedeutenden Raum ein. Mit viel Liebe, Hingabe und unermüdlichem Engagement wird versucht, das Puppentheater am Laufen zu halten – solange die Sterne des großen Wagens am Himmel zu leuchten vermögen. Der Film verbindet auf einzigartige Weise persönliche Schicksale mit künstlerischem Ausdruck und zeigt, wie Kunst Familienbande spiegeln und stärken kann.

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