Berlinale 2026: Diese Wettbewerbsfilme stechen in der ersten Halbzeit hervor
Berlinale 2026: Diese Filme fallen im Wettbewerb auf

Berlinale 2026: Diese Wettbewerbsfilme stechen in der ersten Halbzeit hervor

Die Berlinale 2026 hat ihre erste Halbzeit erreicht und bereits jetzt zeichnen sich aussichtsreiche Kandidaten für die begehrten Preise ab. Welcher Film gewinnt den Goldenen Bären? Welche Schauspielerinnen und Schauspieler dürfen auf eine Auszeichnung hoffen? Die bisher gezeigten Wettbewerbsfilme bieten eine beeindruckende Bandbreite an Themen und Stilen, wobei einige Produktionen besonders hervorstechen.

Ein Thriller fällt aus dem Rahmen

Deutlich aus dem Rahmen fällt der brasilianische Thriller "Rosebush Pruning" ("Rosenbüsche stutzen") von Regisseur Karim Aïnouz. Der Film bedient alle, die auf Prominente stehen: Mit dabei sind der als möglicher nächster James Bond gehandelte Callum Turner, Jamie Bell, Elle Fanning und Pamela Anderson. Im Zentrum stehen dekadente Zeitgenossen mit Geld im Überfluss, deren sinnentleertes Leben in sexuellen Perversionen, Mord und Totschlag mündet. Einige Szenen haben einen erheblichen Ekelfaktor, tiefgründig ist das Werk allerdings nicht.

Sandra Hüller brilliert in historischem Drama

Einen Star und gehaltvollen Inhalt bietet dagegen der österreichisch-deutsche Spielfilm "Rose". In der Titelrolle brilliert Sandra Hüller als Frau, die im 17. Jahrhundert in einem abgelegenen Dorf als Mann zu überleben versucht. Sie heiratet sogar eine Bauerntochter, da sie nur so eine Chance auf Selbstbestimmung sieht. Als sie entlarvt wird, kennt die Dorfgemeinschaft kein Erbarmen. Hüller fesselt mit einer nuancierten Charakterstudie, neben ihr beeindruckt Caro Braun in ihrer ersten großen Kinorolle als jugendliche Gattin.

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Der Film von Markus Schleinzer überzeugt mit strengen Schwarz-Weiß-Bildern und einem legendenhaft überhöhten Erzählton. Schleinzer beleuchtet eindringlich das aktuelle Thema der Stigmatisierung und Unterdrückung von Menschen, die von vermeintlichen Normen abweichen. "Rose" gilt derzeit bei vielen als aussichtsreichster Kandidat auf den Goldenen Bären.

Komplexe Frauenfiguren im Fokus

Wie "Rose" erzählen die meisten bisher gezeigten Wettbewerbsfilme vom Kampf kraftvoller Charaktere um ein würdevolles Leben. Vor allem die Geschichten komplexer Frauenfiguren fallen auf. In "At the Sea" ("Am Meer") vom ungarischen Regisseur Kornél Mundruczó interpretiert Hollywoodstar Amy Adams facettenreich eine Alkoholikerin, die nach einem Entzug ihr Leben neu ordnen möchte. Ihre Darstellung wird als bärenstark beschrieben.

Politkino aus Berlin

Eindringliches Politkino bietet der Berliner Regisseur İlker Çatak mit "Gelbe Briefe". Er erzählt die Geschichte eines Künstlerpaares aus der Theaterwelt Ankaras und Istanbuls, dessen kritische politische Positionierung zu Berufsverlust und materieller Not führt. Die beiden sollen mundtot gemacht werden und müssen sich zwischen Aufbegehren und Anpassung entscheiden. Çatak weist durch Einblendungen der Namen der Drehorte in Deutschland auf die Universalität der Story hin. Die exzellente Inszenierung und das durchweg starke Schauspiel fesseln von der ersten bis zur letzten Szene.

Weitere bemerkenswerte Produktionen

Bemerkenswert ist auch der internationale Spielfilm "Kurtuluş" ("Erlösung") des türkischen Regisseurs Emin Alper. Inspiriert von Tatsachen, zeigt er in einer abgelegenen Bergregion der Türkei den Kampf zweier Clans benachbarter Dörfer, bei dem Fanatismus, Aberglaube und Geldgier in eine grauenvolle Blutfehde münden. Alper betonte, er wolle mit dem bildgewaltigen Epos "über das Böse, zu dem Menschen gegenüber anderen Menschen grundsätzlich fähig sind" nachdenken.

Künstlerisch besonders originell ist "Everybody Digs Bill Evans" ("Alle mögen Bill Evans") von Grant Gee. Der Film begibt sich auf die Spuren des legendären Jazz-Pianisten Bill Evans und rekonstruiert in einem reizvollen Mosaik aus schwarz-weißen und farbigen, oft halluziniert anmutenden Bildern dessen Abgleiten in die Drogensucht. Die Musik des legendären Musikers schenkt dem Film eine fast magische Atmosphäre.

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Noch stehen etliche Filme im Programm, bis die Auszeichnungen am Samstag verliehen werden. Die Berlinale endet dann am Sonntag mit einem Publikumstag, an dem viele Filme noch einmal gezeigt werden. Die erste Halbzeit hat bereits gezeigt: Das Niveau im Wettbewerb ist außergewöhnlich hoch.