Goldene Himbeere: Schmähpreise für Hollywood-Stars vor Oscar-Nacht
Einen Tag vor der glamourösen Oscar-Verleihung stehen traditionell die weniger ruhmreichen Auszeichnungen im Fokus: Die Goldenen Himbeeren, auch als "Razzies" bekannt, wurden für das Jahr 2026 vergeben. Zu den prominenten Empfängern der Schmähpreise zählen die australische Schauspielerin Rebel Wilson und der US-amerikanische Rapper und Schauspieler Ice Cube.
Prominente Preisträger und ein Film räumt ab
Rebel Wilson, die vor allem für ihre Rollen in derben Komödien bekannt ist, erhielt den Preis als schlechteste Hauptdarstellerin für ihre Leistung in der Action-Komödie "Bride Hard". Der Film wurde von Kritikern nahezu einstimmig verrissen und bot damit die Grundlage für diese wenig schmeichelhafte Ehrung.
In der Kategorie der schlechtesten Hauptdarsteller bei den Männern ging der Preis an Ice Cube für seine Rolle in der Neuverfilmung von "Krieg der Welten" unter der Regie von Rich Lee. Dieser Science-Fiction-Streifen, der direkt bei Prime Video veröffentlicht wurde und nicht den Weg in die Kinos fand, erwies sich als der große Abräumer der Veranstaltung.
Fünf Trophäen für einen Film
Die "Krieg der Welten"-Neuverfilmung sicherte sich insgesamt fünf Goldene Himbeeren. Neben der Auszeichnung für Ice Cube wurden der Film selbst als schlechtester Film ausgezeichnet, ebenso wie die Regie und das Drehbuch. Diese Häufung von Negativpreisen unterstreicht die durchgängig schlechte Bewertung des Werkes durch die "Razzie"-Jury.
Weitere Preisträger und besondere Kategorien
Auch andere Produktionen blieben nicht verschont. Die Disney-Neuverfilmung "Schneewittchen" erhielt zwei Schmähpreise: Die digital erstellten sieben Zwerge wurden als schlechteste Nebendarsteller ausgezeichnet, und zusammen mit Schneewittchen landeten sie in der Kategorie "schlechtestes Leinwandpaar".
Scarlet Rose Stallone, die 23-jährige Tochter von Sylvester Stallone, erhielt den Preis als schlechteste Nebendarstellerin für ihren Auftritt im Western "Gunslingers".
In einer positiveren Kategorie ging der "Razzie Redeemer Award" an die US-Schauspielerin Kate Hudson. Dieser "Erlöserpreis" ehrt Darsteller, die mit einer herausragenden Leistung einen früheren "Razzie"-Award wettmachen. Hudson gelang dies nach Ansicht der Jury mit ihrer Rolle im Musikfilm "Song Sung Blue", für die sie am folgenden Tag auch als Favoritin für den Oscar als beste Hauptdarstellerin galt.
Hintergrund der Goldenen Himbeere
Die "Razzies" wurden im Jahr 1980 von dem Cineasten John Wilson als humorvolles Gegenstück zur Oscar-Verleihung ins Leben gerufen. Über 1.200 Mitglieder, darunter Filmkritiker und begeisterte Kinofans aus den USA und anderen Ländern, stimmen jährlich über die Preisträger ab. Die Verkündung der Ergebnisse erfolgt traditionell am Tag vor der Oscar-Gala, was die Veranstaltung zu einem festen Bestandteil des Hollywood-Kalenders macht.
Die Vergabe der Goldenen Himbeere bietet somit nicht nur eine unterhaltsame Perspektive auf die Filmindustrie, sondern erinnert auch daran, dass nicht jede Produktion den Weg zum Ruhm findet. Während am Sonntag die Oscars vergeben wurden, bleiben die "Razzies" als kurioses und oft humorvolles Element der Filmkultur erhalten.



