Karla Sachse zeigt GE-SCHICHTEN: Kunst zwischen Wort und Erinnerung in Templin
Karla Sachse: GE-SCHICHTEN zwischen Wort und Erinnerung in Templin

Kunstvolle GE-SCHICHTEN: Karla Sachse eröffnet Ausstellung in Templin

Im Multikulturellen Centrum Templin eröffnet am 20. März eine besondere Ausstellung: Die Konzeptkünstlerin Karla Sachse präsentiert ihre Arbeiten unter dem Titel GE-SCHICHTEN. Der Name selbst ist bereits Programm – ein kunstvolles Spiel mit Bedeutungen, Schichten der Erinnerung und der Sprache.

Zwischen Text, Raum und Erfahrung

Die 1950 geborene Künstlerin arbeitet seit Jahrzehnten an der Schnittstelle zwischen Wort, Bild und Erfahrung. Ihre Ausstellung im Templiner Foyer zeigt Zeichnungen, Objekte und Installationen, die ein komplexes Geflecht aus Andeutungen, Spuren und Assoziationen bilden. „Nachdem ich im vergangenen Jahr in Berlin VON ZEICHEN gesprochen hatte, rücke ich mir hier etwas näher auf den Leib“, erklärt Karla Sachse. „Sowohl mit den zu Geschichten verdichteten Kleidungsstücken als auch mit den Zeichnungen des Erinnerns.“

Visuelle Poesie und persönliche Spuren

Bereits in den 1970er Jahren begann Karla Sachse in Ostberlin mit visueller Poesie zu experimentieren – einer Kunstform, bei der das Erscheinungsbild der Sprache selbst zum ästhetischen Ereignis wird. Gleichzeitig war sie Teil des internationalen Mail-Art-Netzwerks, das Kunst als grenzüberschreitenden Austausch verstand. Heute verbindet sie in ihren Arbeiten persönliche Erfahrungen mit gesellschaftlichen Wandlungen, mal auf Papier, mal im Raum, oft mit überraschenden Materialien.

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Die vier neuen, bisher ungezeigten Arbeiten in der Templiner Ausstellung zeigen besonders deutlich, wie persönliche Spuren und gesellschaftliche Erfahrungen in Beziehung treten – als gelebte, getragene und erinnerte Geschichte. Die Künstlerin, die seit elf Jahren im nahen Herzfelde bei Templin lebt, sucht dabei bewusst die Nähe zum Publikum.

Der Foyer-Raum als Schau-Platz

Die gläsernen Wände des Templiner Multikulturellen Centrums bieten besondere Bedingungen für die Ausstellung. Das Foyer wird zum transparenten „Durchgangsraum“, in dem Innen und Außen, Kunst und Alltag miteinander in Beziehung treten. Besucher werden hier nicht selten selbst Teil der Erzählung, finden Anknüpfungspunkte für eigene Gedanken und Empfindungen.

Dem Kunstpublikum der Region ist Karla Sachse bereits vertraut. In der bis Ende 2024 von Robert Günther betriebenen Lychener Galerie KunstPlatz war sie mehrfach mit Installationen und Aktionen präsent. In Erinnerung blieb besonders die „Weiße Tafel“ aus der Ausstellung „Carte Blanche“, an der Besucher mit der Künstlerin ins Gespräch kommen konnten.

Eröffnung mit Laudatio und Musik

Zur Ausstellungseröffnung am Freitag, dem 20. März um 20 Uhr, wird Robert Günther die Laudatio halten. Für den musikalischen Rahmen sorgt Bernd Suchland am Tenor-Saxophon. Die Ausstellung „GE-SCHICHTEN“ ist bis zum 4. Mai im Multikulturellen Centrum Templin zu sehen und bietet einen konzentrierten Einblick in das vielgestaltige Werk der Künstlerin.

Karla Sachses Kunst zeigt eindrucksvoll, wie Worte Bilder werden können und Bilder Geschichten erzählen – manchmal liegen zwischen beiden tatsächlich nur wenige Buchstaben, aber unendlich viele Schichten der Bedeutung und Erinnerung.

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