Urlaub in Mecklenburg-Vorpommern bietet weit mehr als nur Meer: Romantik, Backsteingotik, Hansegeschichte, UNESCO-Welterbe, endlose Sandstrände, über 1000 Seen und eine nahezu unberührte Natur. Diese sieben Ausflugstipps machen Ihren Aufenthalt unvergesslich.
1. Stralsund: Riesen der Meere im Ozeaneum
Die Hansestadt Stralsund ist ein Muss für jeden Mecklenburg-Vorpommern-Urlauber. Das Ozeaneum beeindruckt mit drei Walskeletten am Eingang und 50 riesigen Meerwasseraquarien, darunter das größte mit 2,6 Millionen Litern Wasser. Der Rundgang endet in der Ausstellung „1:1 Riesen der Meere“, die in Kooperation mit Greenpeace entstand: Über die gesamte Raumhöhe schweben lebensgroße Walnachbildungen. Das größte Exponat ist ein 26 Meter langer Blauwal, begleitet von einem abtauchenden Pottwal im Kampf mit einem Riesenkalmar, einem Schwertwal und einem Buckelwal mit Jungtier. Eine Multimedia-Inszenierung mit Walgesängen und Klicklauten der Pottwale, mit denen sie in bis zu 3.000 Meter Tiefe jagen, ist das dramatische Highlight. Auf dem Dach tummeln sich Humboldt-Pinguine in einem Becken.
2. Wismar: Mittelalterliches Welterbe
Seit 2002 gehört die Hansestadt Wismar zum UNESCO-Welterbe. Der Stadtgrundriss aus dem 14. Jahrhundert, als die Stadt Teil der Hanse war, ist nahezu unverändert erhalten. Das historische Hafenbecken symbolisiert die einstige Stärke als Seehandelsstadt. Die „Grube“, ein künstlich angelegter mittelalterlicher Wasserlauf, ist der letzte seiner Art in einer norddeutschen Altstadt. Die drei großen Backsteinkirchen St. Georgen, St. Nikolai und St. Marien prägen das Stadtbild. Ein Welterbe-Lehrpfad führt zu den mittelalterlichen Zeugnissen.
3. Kranichbeobachtung am Kranorama
Kraniche gelten als Glücksvögel und Boten der Götter. Im Nationalpark Vorpommersche Boddenlandschaft bei Günz bietet das Kranorama beste Bedingungen, um die Vögel hautnah zu erleben. Die Beobachtungsplattform bietet Platz für bis zu 100 Personen und dient zugleich als Informationszentrum. Live-Übertragungen und audiovisuelle Medien zeigen die Facetten der Kraniche, die hier im Frühjahr und Herbst auf ihrem Zug rasten. Dr. Günter Nowald, Leiter des Kranich-Informationszentrums in Groß Mohrdorf, berichtet, dass im Herbst oft bis zu 70.000 Kraniche in den Küstengewässern des Nationalparks rasten.
4. Seebrücken: Wahrzeichen der Ostsee
Die Ahlbecker Seebrücke auf Usedom ist über 120 Jahre alt und die einzige erhaltene alte Seebrücke der Insel. Vier Ecktürme prägen die 90 Meter lange Brücke; ein Seesteg von 1993 ermöglicht das Anlegen von Fahrgastschiffen. Die Jugendstiluhr davor wurde 1911 von einem Kurgast gestiftet. Auch Bansin, Koserow und Zinnowitz haben Seebrücken. Heringsdorfs Brücke ist mit 508 Metern die längste Kontinentaleuropas (seit 1995). Von allen Brücken starten Ausflugsschiffe. In Zinnowitz lockt eine Tauchglocke zu Unterwasserabenteuern, und auf der rekonstruierten Koserower Seebrücke soll bald eine Glocke an den Untergang des sagenhaften Vineta erinnern.
5. Nationalpark Jasmund: Größter Buchenwald des Ostseeraums
Der Nationalpark Jasmund auf Rügen ist mit 30 Quadratkilometern der kleinste Nationalpark Deutschlands, beherbergt aber mit über 650.000 Bäumen den größten zusammenhängenden Buchenwald im Ostseeraum – seit 2011 UNESCO-Welterbe. Der Piekberg ragt mit 161 Metern als höchste Erhebung Rügens auf. Die berühmten Kreidefelsen, die wie eine grüne Borte auf der weißen Steilküste sitzen, sind weltbekannt. Informationen zur Entstehung, Fauna und Flora bieten das Nationalpark-Zentrum, der Königsstuhl und das Welterbeforum. Warnung: Spaziergänge unterhalb der Klippen sind wegen lebensgefährlicher Rutschungen und Abbrüche zu vermeiden.
6. Schwerin: Märchenschloss und Dom
Das Schweriner Schloss auf der Schlossinsel im Schweriner See war einst Residenz der Herzöge von Mecklenburg-Schwerin und beherbergt seit 1990 den Landtag von Mecklenburg-Vorpommern. Seit Sommer 2024 zählt es zusammen mit über 30 weiteren historischen Bauwerken zum Welterbe. Der Schweriner Dom besitzt mit 117,5 Metern den höchsten Kirchturm Ostdeutschlands und ist einer der ältesten und größten Backsteingotik-Bauten. Die erste Domweihe 1171 fand im Beisein von Graf von Schwerin, mehreren Bischöfen und Herzog Heinrich dem Löwen statt. 2021 wurde das 850-jährige Bestehen gefeiert. Heute ist die Bischofskirche der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Norddeutschland in dem geschichtsträchtigen Bauwerk ansässig.
7. Müritz-Region: Natur und Kultur
Rund um Deutschlands größten See, die Müritz, erwarten Sie Sonnenblumenfelder, endlose Baumalleen, klare Flüsse und Seen, Pilgerwege, charmante Kleinstädte, Fischerhöfe und Häfen für Paddel- oder Hausboottörns. Waren, gern als „St. Tropez des Nordens“ bezeichnet, ist das Zentrum. In der Nähe liegen der Rundwanderweg des Müritz-Nationalparks, der Pilgerweg Mecklenburgische Seenplatte und der Havelradweg. Die barocken Kleinresidenzen in Mirow und Rheinsberg laden ebenfalls zu Besuchen ein. Das Heilbad Waren an der Müritz ist ein beliebtes Ziel, von wo aus das Motorschiff „Europa“ zu einer kleinen Seenrundfahrt startet.



