Abschied der Münchner Tatort-Legenden: Wachtveitl gibt Rat an Nachfolger
Münchner Tatort-Kommissare verabschieden sich nach 100 Fällen

Ende einer Ära: Münchner Tatort-Kommissare treten nach 100 Fällen ab

Nach 35 Dienstjahren und genau 100 ermittelten Fällen verabschieden sich zwei der bekanntesten Gesichter des deutschen Fernsehkrimis: Udo Wachtveitl (67) und Miroslav Nemec (71) treten als Münchner Tatort-Kommissare Franz Leitmayr und Ivo Batic ab. Bei der exklusiven Premiere des ersten Teils ihrer letzten Doppelfolge "Unvergänglich" in der Hochschule für Fernsehen und Film München nahmen knapp 250 Fans Abschied von den Ermittlern, die seit 1991 die Münchner Mordkommission leiteten.

Emotionale Premiere mit Prominenz und Familie

Die Premiere am Donnerstagabend wurde zu einem würdigen Abschiedsereignis. Udo Wachtveitl und Miroslav Nemec waren den gesamten Abend von Blitzlichtern und Fans umringt, posierten für Fotos mit Landtagspräsidentin Ilse Aigner und Münchens Polizeipräsident Thomas Hampel. Familiäre Unterstützung erhielt Nemec von Ehefrau Katrin Jäger und Tochter Mila, die extra zur Premiere gekommen waren.

"Wir fühlen uns sehr geehrt, sind aber nicht sentimental, weil wir heute viele Interviews geben müssen, den Film sehen werden", erklärte Miroslav Nemec gegenüber der AZ. "Ab morgen denken wir dann sicher mehr drüber nach." Auch Wachtveitl zeigte sich bewegt: "Schon, wenn man es dann direkt und in der Masse unter die Nase gerieben bekommt."

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Letzter Drehtag und persönliche Erinnerungen

Über den letzten Drehtag berichteten die Schauspieler mit gemischten Gefühlen. Ein großes Abschlussfest am Set gab es nicht - dafür später eine offizielle Feier. "Wir haben ein Bier getrunken und sind zu dir gefahren", erinnerte sich Wachtveitl an den Moment, nachdem die letzte Klappe gefallen war. Nemec ergänzte: "In unseren 30ern hätten wir vielleicht noch gefeiert."

Was werden die beiden nach fast 35 gemeinsamen Jahren am meisten vermissen? Wachtveitl wird das frühe Aufstehen und die Nachtdrehs im Winter sicher nicht vermissen, dafür aber den kreativen Prozess: "Was ich vermissen werde, ist der Moment, wenn das Drehbuch zu einer neuen Folge im Briefkasten landet." Nemec betonte die besondere Arbeitsbeziehung: "Da hatten wir immer viel miteinander zu tun - wir hatten die gleiche Meinung, den gleichen Humor."

Weisheit für die Nachfolger: Gute Routine pflegen

Die Nachfolge der legendären Ermittler übernehmen ab sofort Ferdinand Hofer (32) und Carlo Ljubek. Udo Wachtveitl hatte einen besonderen Ratschlag für das neue Duo: "Diese Situationen im 'Tatort' sind ja oft ähnlich - man kommt zu einer Leiche, fragt irgendetwas und so weiter. Das sollte man immer wieder neu und frisch denken."

Der erfahrene Schauspieler unterschied zwischen guter und schlechter Routine: "Die gute Routine hilft, diese ganzen technischen Anforderungen beim Dreh zu vergessen und sich auf die Rolle zu konzentrieren. Die schlechte Routine kann man umschreiben mit 'Habe ich immer so gemacht, mache ich weiter so'. Also: Die gute Routine pflegen - die schlechte vermeiden."

Offizielle Verabschiedung durch Innenminister Herrmann

Nach der Premiere erhielten die scheidenden Kommissare ihre offiziellen "Ruhestandsurkunden" und "-ausweise" von Innenminister Joachim Herrmann persönlich überreicht. Der CSU-Politiker und selbsternannte Tatort-Fan dankte dem Ermittler-Duo für über drei Jahrzehnte engagierter Arbeit.

Ferdinand Hofer, der neue Ermittler an der Seite von Carlo Ljubek, nahm die Herausforderung gelassen: "Ich glaube, man kann dem ganzen nur gut begegnen, wenn man einen Neuanfang macht und gar nicht erst anfängt, sich zu vergleichen." Die letzte Doppelfolge mit Wachtveitl und Nemec wird am Ostersonntag und Ostermontag in der ARD zu sehen sein und markiert das Ende einer Fernseh-Ära.

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