Sensationsfund nach über 100 Jahren: Napoleons verschollener Verbannungshut entdeckt
Ein legendärer Hut von Kaiser Napoleon Bonaparte ist nach mehr als einem Jahrhundert wieder aufgetaucht. Der schwarze Zweispitz, der lange als verschollen galt, wurde im Archiv des Schlosses von Chantilly nördlich von Paris gefunden und wird nun ausgestellt. Historiker haben das historische Stück zweifelsfrei identifiziert.
Ein Hut mit bewegter Geschichte
Der Hut gehört zu den ikonischen Kopfbedeckungen, die Napoleon auch in Schlachten trug. Besonders bedeutsam ist, dass er genau diesen Hut mit in die Verbannung nach seiner Niederlage nehmen durfte. Es handelt sich um einen der letzten Hüte, die der Kaiser getragen hat. Der Wiederentdecker spricht von einem echten Glücksfall, da der Hut erst im vergangenen Jahr bei Vorbereitungen für eine Ausstellung wiederentdeckt wurde.
Die Reise des Hutes ins Exil und zurück
Napoleon nahm den Zweispitz zusammen mit drei weiteren Hüten mit ins Exil auf die Insel St. Helena, wo er 1821 starb. In seinem Testament vermachte er seine Besitztümer, darunter auch die Hüte, seinem Sohn. Da dieser jedoch früh starb, ging das Erbe später an Napoleons Schwester Caroline Murat. Im Jahr 1904 landete der Hut schließlich im Musée Condé im Schloss von Chantilly, verschwand dort aber im Archiv und geriet komplett in Vergessenheit.
Authentizität und historischer Wert
Der Hut stammt vom Hof-Hutmacher Poupard und besteht aus Biberhaar-Filz. Mit Trikolore-Kokarde, schwarzer Seidenborte und feinem Seidentaft-Futter entspricht er genau Napoleons typischem Stil. Während seiner rund 15 Jahre an der Macht ließ Napoleon etwa 60 bis 80 Zweispitze anfertigen, die ihn auf dem Schlachtfeld leicht erkennbar machten und zu seinem Markenzeichen wurden. Heute sind nur noch etwa 15 als authentisch bestätigte Hüte mit rückverfolgbarer Geschichte erhalten, die meisten davon in Museen.
Hoher Sammlerwert von Napoleons Besitztümern
Napoleons Besitztümer sind bei Sammlern äußerst beliebt und erzielen bei Auktionen regelmäßig hohe Summen. Im vergangenen Jahr wurde ein Säbel Napoleons für 4,7 Millionen Euro versteigert, ein Feldbett brachte immerhin fast 70.000 Euro ein. Ein anderer Zweispitz erzielte 2023 einen Preis von mehr als 1,9 Millionen Euro, was den enormen historischen und finanziellen Wert dieser Artefakte unterstreicht.
Ab Juni wird der wiederentdeckte Hut im Schloss von Chantilly öffentlich ausgestellt, wo Besucher dieses einzigartige Stück Geschichte bewundern können. Museumsdirektor Mathieu Deldicque betont die Bedeutung des Fundes für das kulturelle Erbe und die Napoleon-Forschung.



