Nach Reiters Wahlniederlage: Sein Nockherberg-Double Gerhard Wittmann spricht über das Ende einer Ära
Reiters Nockherberg-Double spricht nach Wahlniederlage

Das Ende einer Doppelgänger-Ära: Gerhard Wittmann über seine Zeit als Reiter am Nockherberg

Die Kommunalwahl in München hat nicht nur politisch für einen Paukenschlag gesorgt, sondern auch im kulturellen Bereich eine Ära beendet. Nach zwölf Jahren im Amt wurde Oberbürgermeister Dieter Reiter von der SPD in der Stichwahl von seinem grünen Herausforderer Dominik Krause abgelöst. Parallel dazu endet eine besondere künstlerische Verbindung: Gerhard Wittmann, der Schauspieler, der Reiter all die Jahre im legendären Singspiel am Nockherberg verkörperte, muss nun Abschied von seiner Rolle nehmen.

Zwölf Jahre als Double: Eine emotionale Verbindung

Gerhard Wittmann, bekannt aus den Eberhofer-Krimis und anderen Produktionen, hat seit Beginn von Reiters Amtszeit dessen Figur auf der Bühne des Nockherbergs zum Leben erweckt. Im Exklusivinterview mit der AZ schildert der Künstler seine Gefühle nach der Wahlniederlage seines „Doubles“. „Ich habe sogar noch drei Reiter-Lieder gesungen an diesem Abend“, erzählt Wittmann von seinem Auftritt in Ingolstadt am Wahlsonntag. „Als mir das Ergebnis mitgeteilt wurde, wurde mir bewusst, dass das eigentlich mein letzter Auftritt als Dieter Reiter war. Das hat mich schon melancholisch gemacht.“

Die Nachricht erreichte ihn am Rande der Premiere der letzten Münchner „Tatort“-Folge, in der er ebenfalls mitwirkt. Für Wittmann war die Rolle mehr als nur ein Job: „Du wusstest, Ende Dezember beschäftigst du dich wieder ein bisschen mit der Sache, das Buch fürs Singspiel kam – da hat man sich schon gefreut!“ Über die Jahre sei eine enge Verbindung zur Figur entstanden, die nun ein jähes Ende findet. Zuletzt hatte er mit Reiter vor der Wahl gesprochen, danach nicht mehr.

Breites Pickt-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App für Telegram

Ein Kapitel schließt sich: Vom Nockherberg zu neuen Projekten

Mit Reiters Abwahl wird höchstwahrscheinlich auch Wittmanns Zeit im Singspiel am Nockherberg enden. Der Schauspieler reflektiert: „So etwas muss man schon erst mal sacken lassen.“ Doch der Abschied von der OB-Rolle bedeutet nicht das Ende seiner Karriere. Wittmann bleibt aktiv in der Szene: Ab dem 4. Juni ist er in der Komödie im Bayerischen Hof in „Kalter Weißer Mann“ zu sehen – „jetzt, wo ich am Nockherberg abgewählt wurde“, scherzt er.

Zudem steht die Ausstrahlung der letzten Münchner „Tatort“-Folge mit Udo Wachtveitl und Miroslav Nemec am Ostermontag um 20.15 Uhr im Ersten an. Für Wittmann ist dies eine Gelegenheit, sich auf neue Herausforderungen zu konzentrieren, auch wenn die Erinnerungen an die zwölf Jahre als Reiter-Double noch nachhallen.

Ein Blick zurück: Die Bedeutung des Nockherberg-Singspiels

Das Singspiel am Nockherberg ist eine Münchner Tradition, bei der lokale Politiker und Persönlichkeiten satirisch auf die Bühne gebracht werden. Wittmanns Darstellung von Dieter Reiter wurde über die Jahre zu einem festen Bestandteil dieser Kulturveranstaltung. Erst vor wenigen Wochen hatte er sich bei der Salvatorprobe noch als „Bettelmönch“ – in diesem Jahr eine Abwandlung der OB-Rolle – fotografieren lassen, was die Kontinuität dieser künstlerischen Partnerschaft unterstrich.

Die Kommunalwahl markiert somit nicht nur einen politischen Wechsel, sondern auch einen kulturellen Einschnitt. Während München sich auf eine neue Ära unter Oberbürgermeister Dominik Krause einstellt, schließt Gerhard Wittmann ein Kapitel seiner Bühnenkarriere. Seine Worte lassen erahnen, dass die Verbindung zu Dieter Reiter und dem Nockherberg noch lange in Erinnerung bleiben wird.

Pickt After-Article-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App mit Familien-Illustration