Spitzenpolitiker vor der Kamera: Markus Söder gibt Kinodebüt mit Kultfigur Horst Schlämmer
In einer ungewöhnlichen Verbindung von Politik und Filmkomödie gibt Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (59, CSU) sein Kinodebüt. Der CSU-Chef spielt in Hape Kerkelings neuem Film „Horst Schlämmer sucht das Glück“ eine Gastrolle, die ab dem 26. März in den deutschen Kinos zu sehen sein wird. Damit betritt erstmals ein amtierender deutscher Spitzenpolitiker die große Leinwand in einer Kinoproduktion.
Wiederbelebung einer Kultfigur
Hape Kerkeling (61) hat für seinen neuen Film seine wohl bekannteste Figur wiederbelebt: Horst Schlämmer, den schrulligen stellvertretenden Chefredakteur des fiktiven „Grevenbroicher Tagblatts“. In der Handlung begibt sich Schlämmer auf eine Reise durch die Bundesrepublik, um das Glück zu finden – und landet dabei selbstverständlich auch im Freistaat Bayern. Dort führt er in der Bayerischen Staatskanzlei ein Interview mit Ministerpräsident Markus Söder.
Spontanes Drehen in der Staatskanzlei
Wie Kerkeling der „Süddeutschen Zeitung“ verriet, musste er Söder nicht lange überreden: „Er stand ganz oben auf unserer Wunschliste, und er hat auch sofort zugesagt.“ Der Dreh fand unter offiziellen Bedingungen in der Bayerischen Staatskanzlei statt, wobei Söder auf eine Gage verzichtete. „Das lief alles ganz sauber. Er hat selbstverständlich kein Geld genommen“, so Kerkeling.
Interessant ist die Arbeitsweise: „Ich bin direkt in voller Horst-Montur zu ihm in die Staatskanzlei. Ein oder zwei Fragen, die Horst stellt, waren geschrieben. Der Rest ist improvisiert“, erklärte der Komiker. Die beiden kannten sich bereits von früheren Begegnungen, was die Zusammenarbeit erleichterte.
Söders Begeisterung für den Kult-Comedian
Markus Söder zeigte sich gegenüber BILD begeistert von der Erfahrung: „Alle wollen Horst Schlämmer sehen! So viele Mitarbeiter wie bei seinem Besuch standen in der Staatskanzlei noch nie auf den Gängen. Das war ein Großereignis.“ Der Ministerpräsident gestand humorvoll: „So viel Beifall zur Begrüßung wie er habe ich in der Staatskanzlei bisher auch nur selten bekommen.“
Söder betonte seine Wertschätzung für Kerkelings Werk: „Ich bin ein großer Fan von Hape Kerkeling. Seine Figuren sind einfach Kult. Horst Schlämmer ist ein schrulliger Typ aus den Siebzigerjahren. Ich erinnere mich noch gut an Charaktere wie ihn. Es ist einfach großartiger Humor.“ Der bayerische Regierungschef kündigte an, den Film auf jeden Fall anschauen zu wollen.
Weitere prominente Gaststars
Markus Söder ist nicht der einzige prominente Gast in Kerkelings neuem Film. Auch der Kölner Erzbischof, Kardinal Rainer Maria Woelki (69), absolviert einen Gastauftritt. Kerkeling verriet: „Das hat etwas mehr Überredung gekostet als bei Markus Söder. Er hatte erst Bedenken, war zum Schluss aber doch dabei, was ich ihm hoch anrechne.“
Die ungewöhnliche Besetzung unterstreicht den besonderen Charakter dieser Filmproduktion, die Politik, Kirche und Unterhaltung auf unkonventionelle Weise verbindet. Bereits 2009 hatte Horst Schlämmer in „Isch kandidiere“ nach dem Kanzleramt gegriffen – nun kehrt die Kultfigur mit prominentester Unterstützung zurück auf die Leinwand.



