Titanic-Rettungsweste bei Auktion: Historisches Unikat für bis zu 400.000 Euro versteigert
Titanic-Rettungsweste: Historisches Unikat für 400.000 Euro

Historische Titanic-Rettungsweste bei Auktion in England versteigert

Der Untergang der Titanic am 15. April 1912 fasziniert die Menschen auch mehr als ein Jahrhundert nach der Tragödie. Zahlreiche Legenden und Erzählungen ranken sich um die Schiffskatastrophe, die als eines der größten maritimen Unglücke in die Geschichte einging. Nun wurde erstmals eine Rettungsweste, die von einer Überlebenden getragen wurde, bei einer Auktion in England angeboten. Der Schätzpreis für dieses einzigartige historische Stück lag zwischen 290.000 und 400.000 Euro.

Einmalige Gelegenheit für Sammler

Es handelt sich um die einzige Rettungsweste eines Überlebenden, die jemals auf einer Auktion angeboten wurde. Die Auktionatoren des englischen Auktionshauses „Henry Aldridge and Son“ in Devizes, etwa 150 Kilometer westlich von London, bezeichnen das seltene Stück als „einmalige Gelegenheit für Sammler“. Die Versteigerung fand anlässlich des 114. Jahrestages der Titanic-Tragödie in der englischen Grafschaft Wiltshire statt.

Auktionator Andrew Aldridge äußerte gegenüber der BBC, dass die Rettungsweste ein „unglaublich ikonisches und bewegendes Objekt mit einer herausragenden Provenienz“ sei. Er betonte, dass es sich bei dem Fundstück um die einzige Rettungsweste eines Überlebenden handele, die seit 114 Jahren auf einer Auktion aufgetaucht sei.

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Die Trägerin: Laura Mabel Francatelli

Die Rettungsweste ist besonders wertvoll, da sie eine der wenigen erhaltenen Original-Rettungswesten ist, bei der die Trägerin eindeutig identifizierbar ist. Getragen wurde die von Fosbery & Co. hergestellte cremefarbene Weste von Laura Mabel Francatelli. Die damals 22-jährige Passagierin der ersten Klasse benutzte sie, bevor sie an Bord von Rettungsboot Nr. 1 stieg.

Francatelli war eine von etwa 700 Personen, die den Untergang der Titanic überlebten. Sie reiste als Sekretärin der damaligen Modedesignerin Lady Lucy Duff Gordon, die zusammen mit ihrem Ehemann Sir Cosmo eine Passage auf der Titanic für eine Reise nach Chicago gebucht hatte. Interessanterweise signierten Laura Mabel Francatelli und andere Überlebende die Weste nach ihrer Rettung, was ihren historischen Wert zusätzlich steigert.

Ausstellung in Museen weltweit

Nach Angaben verschiedener Medienberichte blieb die Weste fast ein Jahrhundert lang im Besitz der Familie Francatelli, bis sie vor etwa 20 Jahren von einem privaten Sammler erworben wurde. Anschließend war das historische Stück im weltweit größten Titanic-Museum in Pigeon Forge im US-Bundesstaat Tennessee und zuletzt im Museum Titanic Belfast in Nordirland ausgestellt.

Die Titanic war zum Zeitpunkt ihres Baus das größte jemals gebaute Schiff mit einer Länge von 268 Metern. Der Luxusliner galt als unsinkbar, doch auf seiner Jungfernfahrt von Southampton nach New York kollidierte er in der Nacht des 14. April 1912 mit einem Eisberg. Das Schiff sank innerhalb von nur drei Stunden, wobei 1503 Menschen ums Leben kamen.

Die über 114 Jahre alte Rettungsweste besteht aus zwölf mit Kork gefüllten Segeltuchtaschen mit Schulterstützen und Seitengurten. Ihr Erhaltungszustand ist bemerkenswert gut, was sie zu einem besonders wertvollen Zeitzeugnis der maritimen Geschichte macht. Für Sammler und Historiker stellt sie ein einzigartiges Dokument einer der bekanntesten Tragödien der Schifffahrtsgeschichte dar.

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