Kunsthalle Rostock zeigt unbekannte Reisebilder von DDR-Künstler Wolfgang Mattheuer
Unbekannte Reisebilder von DDR-Künstler Mattheuer in Rostock

Kunsthalle Rostock präsentiert unbekannte Reisebilder von DDR-Künstler Wolfgang Mattheuer

Die Kunsthalle Rostock zeigt in einer aktuellen Ausstellung vollkommen unbekannte Reise-Ansichten des vogtländischen Künstlers Wolfgang Mattheuer. Unter dem Titel "Auf Reisen" werden etwa 100 Arbeiten aus den Jahren 1941 bis 2002 präsentiert, darunter zahlreiche Werke aus dem Frühwerk des 2014 verstorbenen Künstlers, die bisher der Öffentlichkeit nicht zugänglich waren.

Nachlass mit Tausenden unbekannten Arbeiten

Mattheuers Sohn, Richard Brüx, der zur Eröffnung der Ausstellung anwesend war, hat den umfangreichen Nachlass seines Vaters verwaltet. Insgesamt Tausende unbekannte Arbeiten wurden der Leipziger Galerie Schwind zur Aufarbeitung übergeben. Die Kuratorinnen Melanie Ohst von der Kunsthalle Rostock und Stefanie Michels als Nachlassbetreuerin haben diese Schätze nun erstmals öffentlich zugänglich gemacht.

Reisen als Privileg in der DDR

Ein zentrales Thema der Ausstellung sind Mattheuers Reisen, die er im Gegensatz zu vielen seiner Künstlerkollegen auch zu DDR-Zeiten ausüben konnte. So durfte der Künstler beispielsweise in den 1970er-Jahren mit seinem Wartburg durch das Allgäu fahren. Kunsthallen-Chef Uwe Neumann erklärt dieses Privileg mit den Worten: "Er durfte reisen, weil er verkauft hat." Gleichzeitig betont Neumann, dass es der künstlerischen Leistung Mattheuers nicht gerecht werde, hier von Staatskunst zu sprechen.

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Frühe Skizzen zeigen Suche nach eigenem Stil

Unter den gezeigten Werken befinden sich auch unbekannte Skizzen aus den Weltkriegsjahren, in denen ein junger Mattheuer, wie die Kuratorinnen formulieren, "noch fast schüchtern in akademisch-naturalistischer Manier" nach seinem ganz eigenen Stil suchte. Die Ausstellung zeigt damit nicht nur fertige Werke, sondern gewährt Einblicke in den künstlerischen Entwicklungsprozess.

Kritische Auseinandersetzung bleibt aus

Die Dramaturgie der Ausstellung bleibt indes flach und reiht im Wesentlichen Reise-Skizzen aneinander, wobei Vogtland-Ansichten und diverse Ostsee-Eindrücke überwiegen. Eine kritische Auseinandersetzung mit Mattheuers Privilegien, seiner Heimatliebe oder deren Bedeutung für seine Schaffensprozesse bleibt weitgehend aus. Diese kuratorische Entscheidung tat dem Interesse für die unbekannten Arbeiten jedoch wenig Abbruch, wie sich bereits am Abend der Vernissage zeigte.

Ausstellungsdetails und Besucherinformationen

Die Ausstellung "Auf Reisen" mit Werken von Wolfgang Mattheuer ist noch bis zum 21. Juni im Erdgeschoss der Kunsthalle Rostock zu sehen. Der Eintritt beträgt zehn Euro, ermäßigt acht Euro. Die Schau bietet Kunstinteressierten die seltene Gelegenheit, bisher unbekannte Seiten eines bedeutenden DDR-Künstlers zu entdecken und sich mit den besonderen Rahmenbedingungen künstlerischen Schaffens in der DDR auseinanderzusetzen.

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