Stefan-Heym-Preis an Juri Andruchowytsch: Ukrainischer Autor in Chemnitz geehrt
Der ukrainische Schriftsteller Juri Andruchowytsch ist mit dem renommierten Stefan-Heym-Preis der Stadt Chemnitz ausgezeichnet worden. Oberbürgermeister Sven Schulze (SPD) überreichte den mit 20.000 Euro dotierten Literaturpreis am Samstagabend in einem feierlichen Akt. Das Kuratorium würdigte Andruchowytsch als eine der bedeutendsten literarischen und intellektuellen Stimmen der Ukraine, dessen Werk gesellschaftspolitische Schärfe mit feinem Humor verbinde und sich auch gegen autoritäre Systeme richte.
Auftakt der 35. Tage der jüdischen Kultur
Die Preisverleihung bildete zugleich den offiziellen Auftakt der 35. Tage der jüdischen Kultur in Chemnitz. Damit knüpft die Stadt bewusst an die Biografie des in Chemnitz geborenen Schriftstellers Stefan Heym (1913–2001) an, dessen jüdische Herkunft und politisches Engagement prägend für sein Leben und Schaffen waren. Der Stefan-Heym-Preis wird seit dem Jahr 2008 verliehen und zählt zu den angesehensten Literaturpreisen in Deutschland.
Laudatio durch Verlagslektorin Katharina Raabe
Die Laudatio hielt Katharina Raabe, Lektorin des Suhrkamp-Verlags für osteuropäische Literaturen, die das vielseitige Werk des Autors würdigte. Der 1960 geborene Andruchowytsch wurde zunächst mit experimentell-satirischer Lyrik bekannt und wandte sich später verstärkt der Prosa und Essays zu. In seiner Dankesrede betonte der Autor: „In der Bezeichnung des aktuellen Preises mag ich am besten den Punkt mit der Einmischung – in gesellschaftliche wie politische Debatten natürlich. Und ich mische mich gern ein.“
Bereits zahlreiche Auszeichnungen erhalten
Juri Andruchowytsch hat im Laufe seiner Karriere bereits zahlreiche hochkarätige Auszeichnungen erhalten, darunter den Leipziger Buchpreis zur Europäischen Verständigung und den Heinrich-Heine-Preis der Stadt Düsseldorf. Zu den bisherigen Preisträgern des Stefan-Heym-Preises zählen unter anderem die international bekannten Autoren Amos Oz, Christoph Hein und Jenny Erpenbeck. Die Auszeichnung unterstreicht die Bedeutung von Literatur als Brücke zwischen Kulturen und als Instrument gesellschaftlicher Reflexion.



