Cate Blanchett verteidigt unbequeme Kunst bei Berliner Museumsgala
Blanchett: Kunst darf nicht mundtot gemacht werden

Cate Blanchett verteidigt unbequeme Kunst bei Berliner Museumsgala

Hollywoodstar Cate Blanchett hat bei einer glamourösen Gala im Berliner Museum Hamburger Bahnhof die essentielle Rolle der Kunst in der Gesellschaft verteidigt, selbst wenn sie kontrovers oder unbequem erscheint. Die Oscarpreisträgerin betonte in ihrer bewegenden Rede, dass Kunst in einem ständigen Dialog mit den Menschen stehe, die sie betrachten, über sie diskutieren, sich an sie erinnern, von ihr beeinflusst werden, von ihr verzaubert sind oder sich gegen sie auflehnen. „Wir können die Kunst nicht einfach ausschalten. Wir können der Kunst nicht den Mund verbieten. Selbst wenn Menschen absolut nicht mit ihr einverstanden sind“, erklärte Blanchett mit Nachdruck.

Besondere Verbindung zum Hamburger Bahnhof

Die Schauspielerin hat eine besondere persönliche Beziehung zu dem Museum, das in diesem Jahr sein 30-jähriges Bestehen als Nationalgalerie der Gegenwart feiert. Bereits 2016 war sie in der vielbeachteten Filminstallation „Manifesto“ im Hamburger Bahnhof zu sehen. Zur exklusiven Gala „A Night in Berlin“ brachte Blanchett ihren Sohn Ignatius, liebevoll „Iggy“ genannt, mit. Unter den prominenten Gästen befanden sich zahlreiche internationale Stars und bedeutende Persönlichkeiten aus Kunst und Kultur.

Prominente Gästeliste und neue Auszeichnungen

Die Veranstaltung lockte eine illustre Runde an, darunter Hollywoodstar Matt Dillon, die renommierte Schauspielerin Nina Hoss, der gefeierte Regisseur Wim Wenders, der bekannte Sänger Herbert Grönemeyer und die Berlinale-Intendantin Tricia Tuttle. Auch zahlreiche bedeutende Künstlerinnen und Künstler wie Wolfgang Tillmans, Anne Imhof, Ólafur Elíasson und Katharina Grosse waren anwesend. Die Smoking-Dichte unter den Gästen war bemerkenswert hoch, was den festlichen Charakter der Veranstaltung unterstrich.

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Im Rahmen der Gala wurden vier neue Auszeichnungen verliehen:

  • Der mit jeweils 15.000 Euro dotierte Hamburger Bahnhof Studio Award ging an Abdulhamid Kircher, Monilola Olayemi Ilupeju und Jonas Roßmeißl. Diese Auszeichnung unterstützt gezielt Künstlerinnen und Künstler unter 35 Jahren, die in Deutschland leben und arbeiten.
  • Die in Beirut geborene Künstlerin Mona Hatoum wurde für ihr herausragendes Lebenswerk geehrt.
  • Eine weitere Ehrung erhielt die in Indien geborene Kunstmäzenin und Sammlerin Kiran Nadar für ihr Engagement.

Neue Finanzierungswege für öffentliche Museen

Die Museumsdirektoren Sam Bardaouil und Till Fellrath erläuterten im Vorfeld, dass öffentliche Museen heute zunehmend auf zusätzliche Förderungen angewiesen seien. Daher arbeiten sie intensiv daran, dem Hamburger Bahnhof neue Finanzierungsquellen zu erschließen. Dazu gehört unter anderem eine strategische Kooperation mit dem renommierten Modehaus Chanel. „Für uns ist entscheidend, dass diese Unterstützung niemals den öffentlichen Auftrag des Museums ersetzt, sondern ihn nachhaltig stärkt“, betonten die Direktoren. Das Ziel privater Unterstützung sei es auch, die Gesellschaft stärker für die Kunst zu mobilisieren und zu begeistern.

Jubiläumsfeierlichkeiten und zukünftige Projekte

Die Gala diente nicht nur als glamouröses Event, sondern auch als Dank an private Geldgeber für ihre großzügige Unterstützung im Jubiläumsjahr. Im Vorfeld konnten bereits bedeutende Mittel eingeworben werden, insbesondere für Bildungsprogramme, Kunstvermittlung und die speziellen Projekte zum 30-jährigen Bestehen. Gleichzeitig bot die Veranstaltung eine exzellente Gelegenheit, Netzwerke aus Kunst, Kultur, Wirtschaft und Gesellschaft zusammenzubringen und zu vertiefen.

Das große Jubiläumswochenende im November verspricht ein besonderes Highlight zu werden: Der Hamburger Bahnhof plant, an diesem Wochenende ganze 30 Stunden am Stück für das Publikum zu öffnen, um das 30-jährige Bestehen angemessen zu feiern und die Kunst noch zugänglicher zu machen.

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