Blues-Pionier Dirk Stolzenberg: 30 Jahre Festivalgeschichte in Mecklenburg-Vorpommern
30 Jahre Blues-Festival: Vom Parchimer Zelt zur Rostocker Bühne

30 Jahre Blues in Mecklenburg-Vorpommern: Ein Festival-Pionier erzählt

Vor dem 29. Internationalen Blues Festival in Rostock spricht Veranstalter Dirk Stolzenberg über drei Jahrzehnte Festivalgeschichte in Mecklenburg-Vorpommern. Der gebürtige Lübecker blickt auf eine bewegte Entwicklung zurück, die 1996 in einem Zelt vor dem Parchimer Rathaus begann und heute im Rostocker Zwischenbau fortgesetzt wird.

Vom Parchimer Zelt zur Rostocker Bühne

Die Anfänge waren bescheiden, aber voller Leidenschaft: Im September 1996 fand die erste Ausgabe des Internationalen Blues Festivals statt – am Freitag in Lübeck und am Samstag in Parchim als „Mecklenburger Ausgabe“. „Wir hatten damals Louisiana Red, das David Johnson Trio und Tom Shaka im Zelt vor dem Rathaus“, erinnert sich Stolzenberg. Der Aufwand mit dem großen Zelt mitten in der Stadt war jedoch enorm, sodass es in Parchim keine Fortsetzung gab.

Bereits 1997 zog das Festival nach Schwerin um, wo es fast zwei Jahrzehnte lang an verschiedenen Spielstätten präsentiert wurde. „Im ‚Speicher‘ waren wir von Anfang an dabei, später dann im Filmpalast Capitol“, so Stolzenberg. Nach 20 Ausgaben endete das Festival in Schwerin, während es in Rostock und Kiel bis heute jährlich als Doppelausgabe weitergeführt wird.

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Drei Headliner, drei Blues-Stile

Das aktuelle Programm des 29. Internationalen Blues Festivals in Rostock verspricht eine musikalische Reise durch verschiedene Blues-Traditionen. „Seit 20 Jahren präsentieren wir immer drei Acts und versuchen, drei verschiedene Blues-Stile vorzustellen“, erklärt Stolzenberg. Dabei gilt die strikte Regel, dass Wiederholungen ausgeschlossen sind.

Die diesjährigen Headliner kommen aus Dänemark, Italien und Deutschland:

  • The Blues Overdrive aus Dänemark mit ihrem hypnotischen Gitarrenspiel
  • Jimi Barbiani aus Italien, einer der besten Slide-Gitarristen Europas
  • Chris Kramer Trio aus dem Ruhrgebiet, mehrfacher Gewinner des German Blues Awards

„Eigentlich habe ich keinen Favoriten“, betont Stolzenberg. „Alle Bands sind gleichwertig und bringen ihre ganz eigene Interpretation des Blues mit.“ Jimi Barbiani wird pünktlich zum Festival sein neues Studio-Album „Still in Love“ präsentieren.

Vom analogen zum digitalen Zeitalter

Die Veränderungen im Konzertgeschäft sind enorm, wie Stolzenberg ausführt. „Das Internet macht vieles einfacher – die Künstler-Kontakte, die Presse-Arbeit und die Werbung.“ Früher mussten Pressemappen per Post verschickt werden, was enorme Kosten für Porto und Material verursachte.

Doch das digitale Zeitalter hat auch seine Schattenseiten: „Früher war Wissen Macht, besonders was Künstler-Kontakte betraf. Heute kommt fast jeder ran.“ Daher hat sich die Agentur auf internationale Künstler spezialisiert, bei denen Sprachbarrieren und organisatorische Hürden den Zugang erschweren.

Auch die Medienarbeit hat sich grundlegend gewandelt. „Früher gab es die eine Zeitung und das eine Stadtmagazin, in die man unbedingt rein musste. Heute muss man sehr viel mehr streuen und sich etwas einfallen lassen, um sein Publikum zu erreichen.“

Persönliche Blues-Leidenschaft

Zum Abschluss verrät Stolzenberg seine persönliche Blues-Lieblingsplatte für die „einsame Insel“: „Mein Lieblingsalbum kommt von der holländischen Band Livin‘ Blues – die LP ‚Blue Breeze‘ von 1976. Das war meine allererste Blues-LP, die ich heute noch besitze.“ Ursprünglich auf Vinyl, heute remastert auf CD mit Bonus-Tracks – ein Stück persönlicher Musikgeschichte, das bis heute nachklingt.

Termininformation: Das 29. Internationale Blues Festival mit The Blues Overdrive (DK), Jimi Barbiani Band (I) und Chris Kramer & Beatbox`n Blues (D) findet am 28. Februar um 20 Uhr im Zwischenbau Rostock statt. Einlass ist ab 19 Uhr.

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