Hazel Brugger kritisiert deutschen ESC-Pessimismus und warnt vor Überplanung
Brugger: Deutschland ist zu pessimistisch beim ESC

Hazel Brugger nimmt deutschen ESC-Pessimismus ins Visier

Die Schweizer Komikerin und Moderatorin Hazel Brugger hat Deutschland einen ausgeprägten Hang zum Pessimismus beim Eurovision Song Contest (ESC) attestiert. In einem Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur äußerte sie deutliche Kritik an der deutschen Mentalität in Bezug auf den Musikwettbewerb.

Deutschlands Stärke im Kleinreden

„Es gibt eine Sache, in der Deutschland definitiv keinen Nachholbedarf hat: darin, sich selbst kleinzureden und die eigenen Chancen beim Eurovision Song Contest schlecht auszumalen“, sagte Brugger mit deutlichen Worten. „Darin ist Deutschland wirklich sehr gut.“ Die Moderatorin, die im vergangenen Jahr bereits den ESC in Basel moderierte, plädiert stattdessen für mehr Gelassenheit und weniger strategisches Denken.

Warnung vor Überplanung

Brugger warnte Deutschland davor, den ersehnten ESC-Erfolg zu sehr durchplanen zu wollen. „Ich verstehe, dass das Deutsche wahnsinnig machen muss: Als Land der Ingenieure versucht man manchmal zu berechnen, was man tun muss, damit es funktioniert“, erklärte sie. Ihr einfacher Ratschlag lautet: „Da sage ich: Chill mal.“

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Die Komikerin betonte, dass Planbarkeit beim ESC nicht der Schlüssel zum Erfolg sei. Im Gegenteil: Zu viel strategisches Denken könne sogar schaden. Stattdessen solle man sich auf den Spaß und die Unterhaltung konzentrieren.

Moderation des deutschen Vorentscheids

Am Samstagabend moderiert Hazel Brugger zusammen mit Barbara Schöneberger die Sendung „Eurovision Song Contest – Das Deutsche Finale“ in der ARD. In dieser Show wird entschieden, wer beim nächsten ESC-Finale am 16. Mai in Wien für Deutschland antreten wird.

„Ich hoffe, dass Barbara und ich mit unserem Naturell da ein bisschen Tabula rasa machen können“, sagte Brugger über ihre Rolle als Moderatorin. „Wir müssen alle mal den Druck rausnehmen und zeigen, dass Entertainment auch einfach nur Spaß machen darf.“

Vorbild Lena Meyer-Landrut

Als positives Beispiel nannte Brugger die bislang letzte deutsche ESC-Gewinnerin Lena Meyer-Landrut, die 2010 den Wettbewerb für Deutschland gewann. „Sie hat während der Performance nicht krampfhaft an den Sieg gedacht“, erklärte die Moderatorin. Dieser entspannte Ansatz habe auch in der Schweiz gut angekommen, wo man normalerweise nicht für besondere Deutschland-Affinität bekannt sei.

Deutsche ESC-Bilanz der letzten Jahre

Die Kritik Bruggers kommt nicht von ungefähr. Die deutsche ESC-Bilanz der vergangenen zehn Jahre zeigt tatsächlich wenig Erfolge:

  • Nur Michael Schulte erreichte 2018 mit Platz vier ein echtes Top-Ergebnis
  • Viele andere Beiträge landeten in den hinteren Rängen
  • Seit Lenas Sieg 2010 gab es keinen weiteren deutschen ESC-Gewinn

Bruggers unkonventionelle Karriereentscheidungen

Dass Brugger nach der Moderation des großen ESC in Basel nun auch den kleineren deutschen Vorentscheid moderiert, hält sie selbst für bemerkenswert. „Ich bin bekannt dafür, dass ich oft nicht ganz nachvollziehbare Business-Entscheidungen treffe“, gestand die Komikerin.

„Nachdem ich den echten ESC moderiert habe, wollte ich ein Dreivierteljahr später unbedingt den Vorentscheid moderieren.“ Diese Entscheidung passe zu ihrer Persönlichkeit, ähnlich wie ihr Umzug aus der „steuerglücklichen“ Schweiz nach Deutschland vor Jahren. „Das sind alles Moves, um die Leute ein bisschen auf Trab zu halten.“

Mit ihrer unkonventionellen Herangehensweise und ihrem Plädoyer für mehr Leichtigkeit hofft Brugger, einen positiven Schwung für den deutschen ESC-Auftritt zu erzeugen. Ob ihre Botschaft bei den deutschen Zuschauern und Teilnehmern ankommt, wird sich am Samstagabend zeigen.

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