Hazel Brugger kritisiert deutschen ESC-Pessimismus: „Chill mal“ statt Reißbrett-Denken
Brugger: Deutschland zu pessimistisch beim Eurovision Song Contest

Hazel Brugger fordert mehr Gelassenheit beim deutschen ESC-Auftritt

Die Schweizer Komikerin und Moderatorin Hazel Brugger hat Deutschland einen ausgeprägten Hang zum Pessimismus beim Eurovision Song Contest attestiert. „Es gibt eine Sache, in der Deutschland definitiv keinen Nachholbedarf hat: darin, sich selbst kleinzureden und die eigenen Chancen beim Eurovision Song Contest schlecht auszumalen“, sagte Brugger im Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur. „Darin ist Deutschland wirklich sehr gut.“ Die Moderatorin, die am Samstagabend gemeinsam mit Barbara Schöneberger den deutschen Vorentscheid präsentiert, plädiert für deutlich mehr Entspanntheit und weniger strategisches Kalkül.

Deutsche ESC-Bilanz der letzten Jahre gibt Anlass zur Kritik

Der Hintergrund für Bruggers Äußerungen ist die ernüchternde Bilanz deutscher Beiträge beim Eurovision Song Contest in den vergangenen zehn Jahren. Nur Michael Schulte erreichte 2018 mit einem vierten Platz ein wirklich respektables Ergebnis, während viele andere Beiträge weit abgeschlagen landeten. Die nächste Chance auf einen Erfolg bietet sich beim ESC-Finale am 16. Mai in Wien, doch wer Deutschland dort vertreten wird, entscheidet sich erst am Samstagabend in der ARD-Sendung „Eurovision Song Contest – Das Deutsche Finale“.

Zu viel Planbarkeit kann dem Erfolg schaden

Brugger hofft, dass sie gemeinsam mit Barbara Schöneberger etwas gegen die verbreitete deutsche ESC-Miesepetrigkeit tun kann. „Ich hoffe, dass Barbara und ich mit unserem Naturell da ein bisschen Tabula rasa machen können“, erklärte die Moderatorin. „Wir müssen alle mal den Druck rausnehmen und zeigen, dass Entertainment auch einfach nur Spaß machen darf.“ Gleichzeitig warnte sie davor, den ersehnten Erfolg zu sehr durchplanen zu wollen. „Ich verstehe, dass das Deutsche wahnsinnig machen muss: Als Land der Ingenieure versucht man manchmal zu berechnen, was man tun muss, damit es funktioniert“, sagte Brugger. Ihr simpler Ratschlag lautet: „Da sage ich: Chill mal.“

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Lena Meyer-Landrut als positives Vorbild

Als gelungenes Beispiel nannte Brugger die bislang letzte deutsche ESC-Gewinnerin Lena Meyer-Landrut aus dem Jahr 2010. „Sie hat während der Performance nicht krampfhaft an den Sieg gedacht“, betonte die Moderatorin. Selbst in der Schweiz, die nicht unbedingt für ihre Deutschland-Affinität bekannt sei, habe man sich damals wahnsinnig über Lenas Sieg gefreut. Brugger, die im vergangenen Jahr bereits Teil des Moderationsteams beim ESC in Basel war, findet es bemerkenswert, dass sie nun auch den deutschen Vorentscheid moderiert.

Unkonventionelle Karriereentscheidungen

„Ich bin bekannt dafür, dass ich oft nicht ganz nachvollziehbare Business-Entscheidungen treffe“, gestand die Komikerin. Nachdem sie den eigentlichen ESC moderiert habe, wollte sie ein Dreivierteljahr später unbedingt auch den Vorentscheid präsentieren. Dies passe zu ihrer generellen Herangehensweise, denn vor Jahren sei sie ja auch aus der „steuerglücklichen“ Schweiz nach Deutschland umgezogen. „Das sind alles Moves, um die Leute ein bisschen auf Trab zu halten.“

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